Notizen aus dem Untergrund

Eric Bogosian
Notizen aus dem Untergrund
(Notes from Underground)
Monolog
Deutsch von Thomas Huber
1 H, 1 Dek
Eric Bogosian skizziert mit seinen monologischen "Notizen aus dem Untergrund" den Prototyp eines vereinsamten Großstadtsingles.

Er sitzt meistens vor dem Fernseher und schaut CBS-Nachrichten. Dabei schaufelt er Unmengen von Käsekräckern in sich hinein, masturbiert aus Langeweile und denkt über sich und die Welt nach. Was dabei rauskommt, schreibt er in ein Tagebuch. Je mehr er sich aber gedanklich um sich selbst dreht, desto mehr verliert er den Kontakt zur realen Außenwelt und geht auch sich selbst mehr und mehr verloren.

Der Anchorman der Fernsehnachrichten, dem er sich geistesverwandt fühlt, wird letzte Bezugsperson und Hauptverbindung zu einer vermeintlichen Realität.

Bizarre Ausbruchsversuche sollen ihn der Lethargie seines einsamen Lebens entreißen. In Vororten verschafft er sich Zutritt zu fremden Häusern und lebt für Minuten das wohlgeordnete Leben der dortigen Bewohner. Er lädt fremde Frauen in Hotelsuiten ein und überläßt sie dem Personal. Schließlich entführt er zwei Kinder vom Schulhof und macht sich mit ihnen auf den Weg nach Disneyland...

Mit seinen in Tagebuchform verfaßten "Notizen aus dem Untergrund" entwirft Bogosian in einer unaufwendig zeitgenössischen Sprache das Psychogramm einer Figur, die ganz Kind einer medialen Gesellschaft des ausklingenden 20. Jahrhunderts ist. Ein Stück über die Einsamkeit in der modernen Großstadt, über die Abgründe des Alltags und seine verpaßten Möglichkeiten, aber auch über eine verzweifelte Liebe zum Leben.

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