Stück Kategorie: mit Musik

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    Ich will das rote Sefchen küssen

    Heinrich Heines frühe Liebe, die 16jährige rothaarige Scharfrichterstochter Josefa, genannt „das rote Sefchen“, verführte den jungen Juden Heinrich Heine nicht nur zu ersten erotischen Abenteuern, sondern auch zum poetischen Widerstand gegenüber der preußisch-katholischen Mitwelt.

    Josefa und Harry, durch ihre Herkunft und ihr aufmüpfiges Verhalten außerhalb der bürgerlich-spießigen Norm, zeigen in ihrer Zuneigung zueinander, wie es möglich ist, dem Terror von Angst, Verleumdung, Schuldrill, Moralismus, Anpassung und Verrat zu widerstehen. Zärtlich und rebellisch kämpfen sie um ihre Liebe, wie um Recht, Freiheit, Würde – und befinden sich somit ganz aktuell in den Problemen heutiger Zeit.

    1. AUFZUG
    In der Schule mischen Josefa und Harry durch spöttische Aktionen ihre Klasse, Lehrerin Hindemans und Pater Dickerscheidt auf. Während der Pater versucht, alles über die Bibel zu (er)klären, bemüht sich Frau Hindemans vergebens durch Verleumdung, Josefa von Harry abzubringen. Trotz moralischer und klerikaler Exerzitien; trotz antisemitischer Klassenkeile, die Harry bezieht, stehen Josefa und Harry zueinander. Das Schwert des Scharfrichters, das Josefa bis in ihre Träume hinein verfolgt, erscheint als unheilvolles Omen.

    2. AUFZUG
    Harry soll, von seiner beflissenen Mutter verordnet, Geigen- und Tanzunterricht erhalten. Den Geigenlehrer besticht Harry, den Tanzlehrer wirft er zum Fenster hinaus. Josefa steht Harry bei und bewundert ihn. Mutter Heine will, dass Harry Kaufmann lernt. In einer Rap-Show führt Harry vor, was er wirklich im Leben anstrebt: Lieben, Lesen, Dichten, ein toller Typ sein.

    3. AUFZUG
    Harry und Josefa sind miteinander verabredet. Josefa erscheint nicht und lässt den verzweifelten Harry allein. Josefa hat einen „Alptraum“: der tote Großvater bestellt sie auf ein „Dunkles Feld“, wo er und seine Scharfrichterkollegen eine finstere Versammlung (die Beerdigung des Schwertes nach Heavymetal-Art) abhalten. Josefa soll den alten schrecklichen Männern zur Hand gehen. Die Veranstaltung erweckt in ihr grausige Vorahnungen, deren Assoziationen bis in die Verbrechen jüngerer Gegenwart reichen. In diesem Alptraum erscheint Harry. Er soll Josefa mit dem Schwert richten, aber schließlich schlägt er dem Großvater den Schädel ein.

    4. AUFZUG
    Freihof (Haus des Scharfrichters). Harry und Josefa betreiben ihr Liebesspiel, bis Josefas hexenhafte Tante, die Göchin, mit dem ausgegrabenen Schwert erscheint. Sie kocht eine Armesündersuppe für die Arbeits- und Obdachlosen, Säufer und Junkies. Sie läßt Harry und Sefchen daran teilhaben. Wieder wird Zukunftsangst geschürt.

    5. AUFZUG
    Auf einem Wandertag macht die Schulklasse vor dem Freihof Rast. Militaristisch-nationalistisches Pfadfindergehabe. Frau Hindemans, die den Arbeitsfleiß der Kinder beschwört, schreibt ans Tor „Arbeit macht frei“ und zwingt Josefa, Harry zu denunzieren. Das Stück verläßt scheinbar die Kunstebene. Der heutige Alltag zeigt die Gefahren der Fortführung der „alten Lieder“. Harry und Josefas Liebe hat einen Riß bekommen, jenen Riß, den die Geschichte bedingt.

    Zur Musik:
    Die musikalischen Kompositionen können vom Volkslied über Pop- und Rockmusik bis zur Neuen Musik reichen.

    Stück für Jugend- und Musiktheater. Unter Verwendung von Versen und Motiven von Heinrich Heine

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  • Weg damit!

    Im Altersheim ist mal wieder jemand gestorben. Für die Reinemachfrau Klara ein alltäglicher Job. Sie wird immer dann geholt, wenn es wieder ein Zimmer leerzuräumen – weg damit! – und für den nächsten Bewohner bereitzumachen gilt. Und meistens interessiert sie sich nicht dafür, wer hier ein paar Jahre lang gehaust hat. Sie hat den Verstorbenen nicht gekannt und hofft immer nur, dass er nicht zu viel Kleinkram aufbewahrt hat und ihr damit das Leben schwer macht.

    Aber diesmal bleibt der Tote nicht anonym. Klara findet nicht nur die Erinnerungsstücke, von denen er sich nicht trennen konnte, sie findet auch ein Tagebuch. Und erfährt damit mehr über den früheren Bewohner des Zimmers, als ihr eigentlich lieb ist. Barpianist war er, ein Entertainer wie Frank Sinatra wäre er gern geworden und hat es doch über eine einzige erfolglose Plattenaufnahme nicht hinausgebracht.

    Das fremde Leben, das sie hier kennen lernt, erinnert Klara an ihr eigenes Schicksal und ihre eigenen Probleme. Gerade an diesem Morgen hat ihr ihre Tochter mitgeteilt, dass sie ein Kind erwartet – natürlich ohne auch einen Vater dazu vorweisen zu können. Klara befürchtet, dass ihre Tochter am Leben so scheitern könnte wie sie selbst.

    Die beiden Geschichten – Klaras eigene und die des toten Barpianisten – vermischen sich, und aus dem Versagen des ihr Unbekannten zieht sie für sich selber einen Schluss, der ihr neuen Mut für die Probleme gibt, die sie in ihrem Leben zu lösen hat.

    Ein Solostück, auch ein Musical: Immer wieder treiben Songs die Handlung voran und machen die Gefühle für den Zuschauer erfahrbar.

    Im Altersheim ist mal wieder jemand gestorben. Für die Reinemachfrau Klara ein alltäglicher Job. Sie wird immer dann geholt, wenn es wieder ein Zimmer leerzuräumen – weg damit! – und für den nächsten Bewohner bereitzumachen gilt. Und meistens interessiert sie sich nicht dafür, wer hier ein paar Jahre lang gehaust hat. Sie hat den Verstorbenen…

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  • Cyprienne oder Scheiden tut nicht weh

    Die lebenslustige Cyprienne hat sich von der Ehe eigentlich etwas ganz anderes versprochen: Romantik und Leidenschaft. Doch die Wirklichkeit mit ihrem Mann Des Prunelles sieht etwas bescheidener aus. Nach einigen wilden Jahren steht Des Prunelles der Sinn nun nach mehr Häuslichkeit. Cyprienne versucht, in ihrem Flirt mit ihrem Cousin Adhémar das zu erleben, was sie bei ihrem Mann vermisst.

    Sie beschließt, sich von ihrem Mann zu trennen. Der Zeitpunkt ist günstig, denn man debattiert in der Pariser Abgeordnetenkammer über die Scheidung. Das nutzt Adhémar aus, schreibt sich selber ein Telegramm, dass das Scheidungsgesetz durch ist und glaubt nun, am Ziel seiner Wünsche zu sein.

    Des Prunelles aber kontert, indem er nachgibt: Er willigt scheinbar in die Scheidung ein, hofft dass Adhémar dann als Ehemann für Cyprienne nicht mehr so attraktiv ist und will selber wieder zum Liebhaber werden.

    In pointierten, frechen, kabarettistischen Chansons und Songs mit einer spritzigen und einfallsreichen Musik geht es dynamisch einher zwischen den Partnern und der Gesellschaft, die durch die angebliche Einführung der Scheidung neue Perspektiven sieht.

    Nach der Uraufführung im Dezember 1966 wurde das Stück in drei Städten sogar zwei Mal produziert, es wurde vom ZDF aufgezeichnet, RIAS Berlin / WDR und der Bayerische Rundfunk machten Hörspielproduktionen. In Dresden stand es fünf Spielzeiten im Programm, bis jetzt wurde diese Musikalische Komödie in 90 verschiedenen Städten gezeigt.

    Musikalische Komödie nach Sardou und Najac

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    Barfuß im Regen

    „Deutschlands Chöre sterben aus“ – so titelte eine Boulevardzeitung. Andererseits wurde bei uns noch nie so viel öffentlich gesungen, von Superstars (oder solchen, die es werden wollen) bis zu Karaoke Partys. Singen ist in!

    Und diesen Trend will sich auch ein Theater zunutze machen. Michael Sommer, beliebter Schauspieler und Womanizer dieses Theaters, wurde auserkoren, eine Matinee zur Abonnenten – Werbung für den „Theaterring der katholischen Landfrauen“ vorzubereiten, also SEHR WICHTIG! Und der Intendant hatte auch schon eine Idee („schon schlecht!“), nämlich „Klassische Liebespaare im Spiegel zeitgenössischer Schlager – Musik!“ – Jurij, Repetitor an diesem Haus, ahnt es schon: „Wieder nix mit Freejazz!“. Also beschließen Sie, dem Intendanten zu beweisen, dass seine Idee undurchführbar ist und ihn sozusagen „mit den eigenen Waffen zu schlagern!“

    Doch Michael hat nicht nur einen Plan, sondern auch ein Problem. Seine junge Freundin hat einen „Neuen“ (jünger als er, eine Frechheit!), deshalb schlägt er für die weibliche Hauptrolle seine Ex-Frau Doris vor. Es wäre doch vielleicht möglich, dass man sich bei der Arbeit an diesem Projekt wieder näher kommen könnte…

    Gemeinsam mit Wilfried, Techniker, Inspizient und Mädchen für Alles, machen sie einen ersten Test anlässlich einer öffentlichen Probe am „Tag der offenen Tür“. Sie binden das Publikum mit ein, lassen es mitsingen und mitspielen. Ganz besonders begeistert ist die „Zuschauerin“ Gerlinde, langjährige Abonnentin, mit einem Hang zur melodramatischen Kunst. Da erklingen viele bekannte Melodien plötzlich völlig neu, von „Mendocino“ bis zu „Tränen lügen nicht“ – und es bleibt kein Auge trocken.

    Am Ende findet sich, was sich finden muss. Denn wie heißt es so zutreffend: „Aber Dich gibt’s nur einmal für mich“!

    Eine Schlagorette in 2 Teilen

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    Rauhe See

    „Rauhe See“ ist eine Bearbeitung von Ferenc Molnars „Spiel im Schloß,“ die im Auftrag des National Theatre entstand. Stoppard verlegt die Handlung auf einen Ozeandampfer, der von Southampton nach New York fährt, führt Teile eines Broadway-Musicals aus den 20er Jahren ein und variiert Molnars Grundthema des Wechselspiels von Realität und Illusion.

    Komödie mit Musik in 2 Akten

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  • Freunde, das Leben ist lebenswert

    Fritz Löhner-Beda ist der erfolgreichste Schlagertexter seiner Epoche. Das Libretto zum „Land des Lächelns“ hat ihn nicht nur berühmt, sondern auch zu einem reichen Mann gemacht. Er
    residiert in seiner Villa im modischen Bad Ischl und ist sich ganz sicher, dass er auch weiterhin sein Leben wird genießen können. Auch wenn er Jude ist. Und auch wenn im benachbarten Deutschland die Nazis regieren. Denn schließlich lebt er ja in Österreich. Und ein Publikumsliebling ist er obendrein.

    Der „Anschluss“ im Jahr 1938 stellt seine Welt auf den Kopf. Aus dem Grandseigneur und Bonvivant wird ein namenloser Häftling im Konzentrationslager Buchenwald. Zusammen mit
    seinem Freund, dem ebenfalls verhafteten Kabarettisten Fritz Grünbaum, versucht er, in der traumatischen neuen Situation irgendwie zu überleben. Auf Wunsch des Lagerkommandanten
    verfasst er die Hymne des Lagers, das berühmte Buchenwald-Lied.

    Aber schon bald sieht er sich vor die Frage gestellt, ob man für das nackte Überleben alle seine Überzeugungen verkaufen darf. Ein junger SS-Mann, sein ehemaliger Chauffeur, hält sich nämlich ebenfalls für einen Schriftsteller. Mit einem Lobgedicht auf Adolf Hitler will er sich an einem Wettbewerb beteiligen. Und weil er es selber nicht schafft, soll Fritz Löhner es für ihn schreiben. Gegen einen Laib Brot, der ihm vielleicht das Leben retten kann.

    Im Duell zwischen den beiden kann es nur Verlierer geben. Denn sie leben beide in einem System, das nur Opfer, aber keine Sieger kennt.

    Die fröhlichen Melodien, zu denen Fritz Löhner die Worte geliefert hat, sind ein integrierender Bestandteil des Stücks und bilden einen von Szene zu Szene schwerer zu ertragenden Kontrast zum Geschehen – vom optimistischen Tenor-Schlager, der dem Stück seinen Namen gibt, bis zum vermeintlichen Volkslied. Denn auch im „Dritten Reich“, das ihn zur Unperson machte und schließlich ermordete, wurden Fritz Löhners Lieder weiterhin gesungen. Wenn auch mit dem Vermerk: „Autor unbekannt“.

    15 Szenen

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  • Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten

    Infos zum Stück sind zu finden auf der Seite zur Übersetzung von Karin Krieger.

    Infos zum Stück sind zu finden auf der Seite zur Übersetzung von Karin Krieger.

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    Die Wirklichkeit
    oder
    Was man dagegen tut

    Der sprichwörtliche „Wiener Schmäh“ ist nicht nur die leicht frotzelnde Konversationsart österreichischer Hauptstadtbewohner, er ist zugleich die hohe Kunst der Irreführung, des virtuos gezimmerten Lügengebäudes, sei es zur sarkastischen Bloßlegung oder zur arglistigen Manipulation der Wirklichkeit. In Lotte Ingrischs „Die Wirklichkeit oder Was man dagegen tut“ ist der „Schmähtandler“ – eigentlich der notorische Lügner, hier ein Masken- und Kostümverleiher – das heimliche Zentrum einer Gesellschaft, die mehr den Schein will als das Sein: „Ich leb’ von der menschlichen Unzufriedenheit. Wo die Hoffnung welkt, blüht der Schmäh.“

    Ambrosius Krk, ein vom Leben schon etwas gezeichneter Flickschneider, begegnet am Wurstelprater der Witwe Valerie Ratzensamt, spezialisiert auf trostlose Ehen, die mit dem verfrühten Tod des Mannes enden. Man hält sich gegenseitig für die Lösung aller Probleme: sie ihn für einen General mit dicker Pension, er sie für Frau Kommerzialrat a.D. Um jedoch den glückseligen Hafen der Ehe mit Erbanspruch zu erreichen, muss erst noch etwas Schminke auf die Wirklichkeit. Der Schmähtandler hilft: Kurzerhand werden Generalsuniform und angemessenes Mobiliar organisiert, wird Ambrosius’ Tochter Ariane zum Stubenmädchen degradiert, Valeries pubertierender Sohn zum Botschafter befördert sowie Drehorgelfrau Mascha und Bettler Kasimir als fürstliche und richterliche Verwandtschaft eingestellt.

    Der Schmäh der Lotte Ingrisch, die hier den faulen Zauber einer im Kern ganz auf Gewinnstreben abgestellten Welt desavouiert, ist zunächst von der boshaft-sarkastischen Art. Und doch ist da zugleich immer eine tiefe Sympathie spürbar, ein Einverständnis damit, dass diese Welt nicht anders bewältigt werden kann als mit ihrer Verzauberung. Kurz, nachdem Ambrosius und Valerie sich in der Hochzeitsnacht gegenseitig das Gift verabreichen, das sie reich machen soll, kommt es zum Moment der Wahrheit, indem sich beide als Seelenverwandte erkennen. Danach sterben sie einen fast romantischen Tod.

    Tragische Posse mit Gesang in 7 Bildern

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    Die heilige Hexe

    Der Patient Erde liegt auf der Intensivstation. Sein Organismus ist aus dem Gleichgewicht geraten, infolge der Ausbeutung durch den Menschen stirbt der Planet einen langsamen Tod. Die Krankenakte des Patienten ist ins Riesenhafte angeschwollen: Die Elemente Wasser, Erde und Luft sind vergiftet, das Feuer ist nur noch zur Rodung da, und nicht nur Blumen, Bäume und Tiere werden ausgerottet, es verschwinden auch die Zwischenwesen, die Geister, Nymphen und Hexen, das Übersinnliche und Geheimnisvolle, kurz: Auch die Phantasie ist vom Aussterben bedroht.

    Da kommt die Wiederauferstehung von Dr. Theophrastus Paracelsus gerade zur rechten Zeit. Denn Paracelsus, Alchemist und Astrologe aus dem 16. Jahrhundert, ist der Arzt der Leiber und der Seelen, für ihn ist Naturerkenntnis zugleich Mystik, die Erde ein lebendiges Ganzes, eine Symphonie der beseelten Wesen, vom einzelnen Kieselstein bis zum Gebirgsmassiv. Dieses Wesen ist befallen von einem gefährlichen Bazillus: dem Menschen. Wo aber eine Diagnose ist, da ist auch eine Chance auf Heilung.

    Zusammen mit der Wasserhexe Bomba, seiner Frau und weiblichem Alter Ego, gründet Paracelsus deshalb eine allgemeinmedizinische Praxis zur Rettung der Welt. Dort werden die gebeutelten Elementargeister Erde, Feuer, Luft und Wasser zu einer Krisensitzung versammelt, in der man beschließt, dem Menschen noch eine allerletzte Chance zu geben…

    Lotte Ingrisch, die „Hexe von Wien“, hat das Libretto für eine ökologische Oper geschrieben: Die Errettung der Welt aus dem Geiste der Musik und der Phantasie.

    Ein Paracelsusspiel

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  • Befana und der Weihnachtsengel

    Es raschelt im Karton. Allmählich, kurz vor Weihnachten, wächst darin die festliche Aufregung. Das ganze Jahr über wird im Schuhkarton der Weihnachtsschmuck für den Tannenbaum aufbewahrt: Rondella, die Weihnachtskugel, Knacker, der Nussknacker, Bimmel, die Weihnachtsglocke, Angeli, der Weihnachtsengel und Silvio, der lange Lamettafaden, der bis über beide Ohren in Angeli verliebt ist (und seine Ohren sitzen sehr hoch).

    Dann ist es soweit: der Tannenbaum soll geschmückt werden. Doch bevor es richtig losgeht, entsteht durch Befana, die Dreikönigsfee, große Aufregung.

    Die Legende erzählt, dass Befana in der Nacht, in der das Christkind geboren wurde, den wegweisenden Stern verpasst hat, so dass sie dem Christkind nichts schenken konnte. Deshalb muss sie zur Weihnachtszeit jedem Kind ein Geschenk bringen, so lange, bis sie das Christkind gefunden hat.

    Befana sieht Angeli und ist überzeugt, endlich das Christkind gefunden zu haben. Sie nimmt Angeli mit auf die Reise nach Italien. Silvio, dem verliebten langen Lamettafaden, bleibt nichts anderes übrig, als Angeli zu suchen. Seine Freunde Bimmel und Rondella begleiten ihn; Knacker bleibt lieber zu Hause.

    Unterwegs treffen die drei Freunde den Weihnachtsmann Olle, der mit seinem Rentierschlitten schon auf dem Rückweg zur zweiten Fuhre ist, um weitere Geschenke für die Kinder zu holen. Olle nimmt die drei auf seinem Wunder-Schlitten mit nach Lappland, zum Berg Korvatunturi, in seine Geschenke-Werkstatt. Alme, seine Frau, betreut die Wichtel. Die haben alle Hände voll zu tun, um die Weihnachtswünsche der vielen Kinder rechtzeitig zu erfüllen.

    Befana und Angeli aber sind nicht da. Von Alme erfahren die Freunde, dass Befana schon weitergereist ist, in den Süden. Olle gibt ihnen seinen Wunder-Schlitten mit und Bosse, sein schnellstes Rentier im Stall.

    Bosse ist viel zu schnell und rennt gewaltig übers Ziel hinaus. So landet die ganze Gesellschaft am Strand von Australien, im Hochsommer. Dort treffen sie Kängurus bei der Strandgymnastik. Bosse und ein Känguru beschnuppern sich, geraten aneinander, es kommt zum Boxkampf. Selbstverständlich gewinnt das geübte Boxertier und Bosse liegt k.o. am Boden. Aber Silvio, Bimmel und Rondella müssen dringend weiter. Mit Hilfe der Kinder feuern sie Bosse an, wieder auf die Beine zu kommen.

    In Italien treffen sie die traurige Marina, die noch kein Geschenk von Befana erhalten hat. Sie trösten das Mädchen. Dabei wird ihnen klar, dass Befana noch kommen muss. Sie befestigen einen großen Strumpf am offenen Kamin, durch den Befana mit dem Geschenk für Marina hereinfahren muss.

    Und Befana rutscht wirklich in den Strumpf. Angeli wird von Silvio befreit. Befana aber hatte ihren Irrtum schon selbst entdeckt und ist glücklich über die Liebe zwischen Angeli und Silvio. Bosse bringt Bimmel, Rondella, Angeli und Silvio wieder zurück, damit sie endlich am Weihnachtsbaum glänzen können.

    Ein musikalisches Weihnachtsmärchen, das verschiedene Motive europäischer Weihnachtstraditionen aufnimmt: die Geschichte der Dreikönigsfee Befana aus dem Norden Italiens und das Geheimnis um den Berg Korvatunturi, in dem nach finnischer Tradition der Weihnachtsmann seine Wichtel-Werkstatt hat.

    Ein Abenteuer aus dem Schuhkarton

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