Stück Kategorie: Schauspiel

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    Stories

    Zum Verzweifeln lange hat es gedauert, bis die Regisseurin Anna in dem zehn Jahre jüngeren Tom den Partner gefunden hatte, den sie begehrte, mit dem ihr Verstand harmonierte und der sie zum Lachen brachte. Nur in einem harmoniert Tom nicht mit ihr: er will nicht der Vater des Kindes werden, nach dem sie sich sehnt. Er hat Angst, dass ihn die Last der Verantwortung daran hindern könnte, sich selbst zu finden. Für die vierzigjährige Anna läuft aber die Zeit ab. Der Gedanke, „ohne Kind sterben zu müssen“, ist ihr so unerträglich, dass sie sich von Tom trennt und auf den Websites von Samen-banken nach einem Spender sucht.
    Bei ihrer Suche stößt sie auf Proteste der Kinder von anonymen Spendern, die dagegen rebellieren, dass sie nie erfahren werden, „wo die andere Hälfte von ihnen herkommt“, und nimmt sich vor, ihrem Kind dieses Schicksal zu ersparen. Nach Beratungen mit ihrer Familie beschließt sie, Schauspieler, Musiker, Regisseure, Autoren aus ihrem Bekanntenkreis um eine Samenspende zu bitten. Bei diesen Begegnungen scheut sie vor keiner Demütigung und keiner Enttäuschung zurück – und erlebt ein starkes Geschlecht, das in panischer Sorge um das eigene Selbst vor ihrer Entschiedenheit „den Schwanz einzieht“.
    Hundert Jahre nach Schnitzlers Reigen zeichnet Nina Raine das Abbild einer Gesellschaft, in der die „Agonie des Eros“ zum tragikomischen Reigen des Bettelns um eine Samenspende mutiert, was einst Begehren und Sehnsucht, Verführung und Liebe war.

    Zum Verzweifeln lange hat es gedauert, bis die Regisseurin Anna in dem zehn Jahre jüngeren Tom den Partner gefunden hatte, den sie begehrte, mit dem ihr Verstand harmonierte und der sie zum Lachen brachte. Nur in einem harmoniert Tom nicht mit ihr: er will nicht der Vater des Kindes werden, nach dem sie sich sehnt.…

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  • 2
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    Harfe und Hund

    In vier Kabinettstücken spielen vier Menschen auf der Klaviatur der Liebe: Die Dirigentin und Komponistin Viola Seidel, der Allround-Geschäftsmann Leon Odenthal, die weltberühmte Harfenistin Winnie Hollatschek, sowie der Kanalarbeiter Peter Cock. Was alle vier eint ist das, was sie gleichsam trennt: die Unmöglichkeit, in einer erfüllten Partnerschaft zueinander zu finden.
    Im Reigen, in dem sich Ängste, Sehnsüchte, Lügen, Neid, Missverständnisse, falsche Verheißungen, kriminelle Energien, Erwartungsdruck, Eitelkeit, Egoismen, Erlebnissurrogate oder übersteigerte Ansprüche die Hand reichen, bewegen sie sich nach einem der verhängnisvollsten Rhythmen unserer Zeit: dem Missklang des Nebeneinander-her-Existierens, der aus schier unauflösbaren Gegensätzen zu erwachsen scheint: wie dem zwischen Harfe und Hund. Und doch ist dieser Reigen ein Miteinander, aus dem die Beteiligten nicht einfach heraustreten können.
    Die Verunsicherung der Liebesbedürftigen durch die Herausforderungen der sich auflösenden alten Geschlechterrollen und Wertemuster ist groß. Jeder hat mit sich zu tun: ob Kunst- und Geschäftskarriere oder, wie bei Cock, soziales Außenseitertum ‒ stets bleibt Mangel an Zeit zum Leben, d.h. an wirklicher Liebe. Unerfüllte Sehnsucht nach einem Menschen, der einem zugehört, stört die Wahrnehmung der Realität und lässt sie ins Monströse kippen. So werden zum Beispiel hochfliegende Träume in die normierte Sprache einer digitalen Partnervermittlung transformiert, die Streben eines Bauzaunes zu Harfensaiten, ein Ermordeter zu einem Untoten.
    Doch das Begehren des anderen Menschen/Zustands ist auch Motor unbedingten Weiterlebenwollens. Es ähnelt der Macht der Musik: diesem schönen Rausch, der Zuversicht in sich trägt.

    Kerstin Hensel verzaubert und irritiert mit ihrer Kunst, Realität heiter und gespenstisch bedrohlich erfahrbar zu machen. Mit skurrilen Überzeichnungen schafft die Autorin ein Tableau Vivant von vereinsamten und verzweifelt nach Glück suchenden Figuren. Drei Personen, die sich in den höchsten Sphären des Musiklebens profilieren müssen, scheinen dieses Glück schließlich gefunden zu haben: durch einen Abstieg ins infernalische Reich des Kanalarbeiters Cock. „Der Blick muss durch die Clownskleider auf die Knochen gehen.“

    Vier Kabinettstücke

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    Homo Digitalis

    Familie Wellinghoff ist in Not, und dabei sollte es eigentlich doch ganz anders sein. Eigentlich wollte die gesamte Familie gemütlich zusammen den 17. Geburtstag von Sohn Leon feiern. Sogar seine Lieblings-Tante Annie aus den USA ist angereist, das Büfett ist bestellt. Dass der amerikanische Investor Westpax ohne Vorwarnung die Firmen-Schließung von Winterling verkündet, platzt in die kleine Feier wie eine Bombe. Denn ausgerechnet Annie soll für den Investor die Abwicklung vornehmen, in der ihr Schwager Gabor Leiter der Personalabteilung ist! So wird Leon zum Spielball, nicht nur im sich hochschaukelnden Geschwisterkonflikt mit Annies und Leons Mutter Mia. Die Angst vor der beruflichen Ausrichtung des hochbegabten, IT-affinen Teenagers gießt zusätzlich Öl ins Feuer. Und dann kommt auch noch Gabors Chef Dr. Kurz, der den wütenden Angestellten die Insolvenz erklären soll.

    Die Digitalisierung hat schleichend Einzug in die Wirtschaft gehalten, in unseren Beruf und in unser Wohnzimmer. Internet, Computer und Handys lösen neben allgemein zugänglichen Netzwerken einen Hype aus, dem sich nur wenige entziehen können. Wir sind abhängig von unseren Handys, sehen unsere Freunde öfter im Netz als im realen Leben und sind stetig online, immer in real time für die ganze Welt. Tatsächlich befinden wir uns wirtschaftlich und sozial in einer weltweiten Transformation.

    Fabriken ohne Menschen, Roboter als Krankenpfleger, Algorithmen, die über Kredite, Wahlergebnisse, aber auch über erfolgreiche Wege in der Medizin entscheiden.
    Cyber-physische Systeme ermöglichen autarke Kreisläufe, die in der Lage sind, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Aber inwieweit ist der Homo Sapiens in der Lage, diese neuen Inhalte aufzunehmen? Kommt die Seele noch hinterher, wenn sich der Fortschritt exponentiell entwickelt? Haben wir noch Kontrolle über Chance und Risiko?

    In Nia Schneyders so hochaktuellem wie unterhaltsamem Stück werden der Automobilzulieferer Winterling und die dort tätige Familie Wellinghoff diesen Fragen ausgesetzt. Die Protagonisten verschiedenen Lebensalters, individuellen Kenntnisstands und persönlicher Zukunftsperspektiven, fallen im Konflikt um die Firmen-Schließung in eine Zwischenzeit von Gestern und Heute. Tilla, Mia, Annie, Dr. Kurz und Gabor ringen um gemeinsame Sprache, Werte, Verantwortung und das Verständnis untereinander. Werden wir zu einer neuen Spezies, einem Maschinen-Wesen, zum Homo Digitalis, und brauchen wir eine neue Ethik?

    Ein Possenspiel

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    Anbandeln

    Im schicken Londoner Crouch End hat Laura eine Einweihungsparty gefeiert. Nach dem Abschied der Gäste ist Danny übriggeblieben. Die beiden hatten sich den Abend über angestarrt. Jetzt stehen sie ratlos vor einander. Danny hatte daran gedacht, das Feld einem Kumpel zu überlassen, und Laura sagt: „Ich wollte dich, Danny“. Der ist überrascht. „Kein Radar“, erklärt er der fremden Frau. „Zwei Leute könnten sich vor meinen Augen buchstäblich auf einander stürzen, und ich würd es nicht merken.“ Eine gescheiterte Ehe, eine siebenjährige Tochter, die er seit vier Jahren nicht gesehen hat, und zahllose vergebliche Versuche, auf den Dating-Märkten eine Partnerin zu finden, die seiner Einsamkeit abhilft, haben seinen Blick für die Chancen, die ihm der Augenblick zuspielt, herabgedimmt. „Setz dich zu mir und küss mich. Du Gurke“, sagt Laura, und Danny schlägt vor, erst mal die Wohnung aufzuräumen. „Du bist sehr direkt“, sagt er, und sie gibt zurück: „Hast du Angst vor Frauen, die direkt sind?“. Im Zeitalter von Facebook und Twitter ist die Suche nach dem Glück von den Verletzungen bedroht, die das schnelle und flüchtige Ineinander der Körper in den Seelen der Liebessüchtigen hinterlässt. Auch Laura hat ihre Rückschläge und Enttäuschungen hinter sich. Unter der Hülle der erfolgreichen Single-Frau, die von ihren Freundinnen um ihre
    Freiheiten beneidet wird, schlummert die Sehnsucht nach einem Mann, mit dem sie sich in die Gefangenschaft einer Bindung begeben kann, die auf gegenseitigem Vertrauen beruht. David Eldridge versteht es meisterhaft, das Spiel von Anziehung und Abweisung, bei dem er der Frau die Rolle der Führenden zuschreibt, in der Schwebe zwischen Begehren und Angst vor neuer Verletzung zu halten. Das Stück wurde am National Theatre uraufgeführt und ins Londoner Westend übernommen, wo es bis zur letzten Vorstellung ausverkauft lief – ein Zeichen dafür, dass Eldridges Abbild des Liebeswerbens in unserer Zeit einen Nerv berührt hat.

    Komödie

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  • 2
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    Die Henkerin

    Im Staat einer autoritären Demokratie soll die letzte Bastion von Männern dominierter Berufsausübung eingerissen werden. Lízinka, Tochter eines Philologen, die ihre Aufnahmeprüfung für die weiterführende Stufe des Humanistischen Gymnasiums nicht bestanden hat und auch durch alle Eignungsprüfungen zur Ausbildung in einem Handwerk gefallen ist, wird zum Studium an der Höheren Lehranstalt für Exekutionswissenschaft (Tarnname Höhere Lehranstalt für Ernährungswissenschaften, HÖHLE) angenommen. Ihre Meisterprüfung als Henkerin, Scharfrichterin, Vollstreckerin auf der Bühne der Aula im Ministerium für Hinrichtungswissenschaften, absolviert Lízinka mit sechs Gehilfen als Domina mit Zylinder und Peitsche. Zu klassischer und moderner Musik präsentiert sie die Show Strangulare humanum est, in der die verschiedensten Arten von Folter und Vollstreckung in historischen Kostümen pantomimisch vorgeführt werden. Lízinka besteht ihre Abschlussprüfung mit Bravour und wird vor dem geladenen Publikum vom Kommissionsvorsitzenden Professor Wolf umarmt und geküsst, der seinen Wissenschaftskollegen Dr. Tachecí, Vater von Lízinka, um sein Ja-Wort bittet. Zum allgemeinen Jauchzen wird ihr als Hochzeitsstrauß in Seidenpapier die abgeschnittene Schlinge des strangulierten Dozenten Schimssa überreicht.

    Pavel Kohouts Theaterstück Die Henkerin ist eine Bühnenparabel, die mit den in den 60er- und 70er-Jahren berühmt gewordenen Mitteln des Absurden Theaters hantiert, wie sie vor allem die tschechischen Dramatiker Havel, Klíma und Kohout politisch wirksam eingesetzt haben. Kohouts Roman ›Die Henkerin‹ von 1978, erschienen in dreißig Ländern, war Ursache für die Ausbürgerung seines Autors. Die gegenwärtigen Entwicklungen zur Stärkung autoritärer Strukturen von Ländern selbst innerhalb der europäischen Union machen die Form der Bühnenparabel erneut aufregend. Denn es sind die demokratisch getarnten Sprachregelungen, von denen die Gefahr antidemokratischer Verblendung ausgeht.

    Tragikomödie nach seinem gleichnamigen Roman

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    Die Merlin Brüder

    Ein verfehlter Messerwurf hat das Leben der gefeierten Magier Merlin und Arthus aus den Angeln gehoben und die innig verbundenen Brüder im Streit getrennt. Wie ein verrostetes Damoklesschwert hängt eine einzige Frage drohend über ihnen: War der Messerwurf, der Arthus´ Hand zerfetzte, ein Unfall oder steckte doch Willkür dahinter? Dass beide Brüder gleichzeitig in ihre attraktive Assistentin Viola verliebt waren, vergiftet ihr Verhältnis zusätzlich. Während Arthus und Viola ihre Lebensgrundlage verloren, feiert Merlin als Magier weiterhin Triumphe und kommt zu seinem 40-jährigen Bühnenjubiläum nach Berlin, wo Arthus und Viola gemeinsam den Zirkuswagen gegen eine bürgerliche Existenz eingetauscht haben.

    Nomen est Omen, und Merlin wäre nicht Merlin, verfolgte er keinen Plan! Wie schon in der Arthus-Sage, sind die Rollen hier klar verteilt: Merlin, der Ältere, dominanter Grandseigneur, spielt nicht nur auf der Zauberbühne den weisen, strengen Lehrer, der von Arthus die Disziplin und Opferbereitschaft einfordert, die er sich selber abverlangt. Arthus, einst fröhlicher Leichtfuß, jetzt selbstgefällig und empfindlich, ist es hingegen leid, wieder in die Rolle des ewigen Schülers gedrängt zu werden. Und so nehmen die Beiden ihren alten Bruderkampf wieder auf. Wäre da nicht die temperamentvolle Viola, die der Sage gemäß als „Frau vom See“ den Zauberer Merlin wie seinen Schützling Arthus stets couragiert unterstützt und beide in ihre Schranken weist! Sie lügen, spielen Charaden und treiben Viola in den Wahnsinn. Denn es verbindet sie ein gemeinsamer Humor, die Liebe zu ihrer Arbeit und ihre ungewöhnliche Familiengeschichte.

    Schließlich wird das Angebot zu einem Comeback der Merlin Brüder aus der Tasche gezaubert. Werden sie gemeinsam wieder an alte Tage anknüpfen können? Wird ein begangener Verrat die große Show im letzten Moment verhindern? Und wird es ihnen glücken, zusammen das Schwert Excalibur aus dem Stein zu ziehen?

    Steinerweichende Atmosphäre aus Licht und Ton, dramatisch und anrührend, voller Humor, Musik und Magie – ein Zauberspiel zur dunklen Jahreszeit…

    Ein Zauberspiel

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    Alle Zwanzig Minuten

    Es heißt, alle zwanzig Minuten bringt sich in Amerika jemand um. Während jedoch sie, die Frau, bestürzt ist über diese Statistik, hat er, ihr Mann, überhaupt kein Problem damit – wenn man bedenkt, dass es auf der Welt sowieso viel zu voll ist. Und schon ist es soweit: Kaum von einer Party zurückgekehrt, in den frühen Morgenstunden, beide sind angetrunken, kommt es zum bösen Streit über Grundfragen der Weltanschauung. Sie hält ihn für einen Zyniker, er sie für gefühlsduselig.

    Die Sache eskaliert, als sich herausstellt, dass sich seine Gefühlskälte nicht nur gegen die Weltbevölkerung richtet, sondern auch gegen sie, seine Frau. Erst gibt er zu, dass seine Liebesschwüre immer schon eine Lüge waren und dann, dass er sich für nichts anderes interessiert als für seinen Whisky und sich selbst. Während seine Frau – für ihn ein „hoffnungsloser Anachronismus“ – noch verzweifelt nach etwas in ihrem Leben sucht, das echt ist, sieht er für sie im Prinzip nur zwei Möglichkeiten: einen Liebhaber oder den Suizid.

    „The peak of my virtuosity was in the one-act plays“, sagt Tennessee Williams, „some of which are like firecrackers in a rope.“ Auch „Every Twenty Minutes”, ein Stück von circa 20 Minuten Länge, lässt es kurz, aber dafür kräftig krachen. Was als scheinbar harmloses Beziehungsspiel beginnt, steigert sich in Windeseile zur maliziösen Satire über ein Amerika, dem – wie im Falle des Mannes – das Glück des Einzelnen alles ist, und die Not des Anderen nichts.

    Eine Satire

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  • 4
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    A Trumpet for Nap

    Es wird gezeigt heute Abend
    – mit allen Künsten unseres Theaters
    der fabelhafte Aufsteig Napoleons
    – nicht des Kaisers, sondern des Tellerwäschers
    aus den Blechhütten und Hinterhöfen der Slums
    – wo es nach tranigem Fett riecht
    in den Lichterglanz der großen Städte
    – wo das Frühstück im Bett serviert wird
    mithilfe seiner unlängst verstorbenen
    Tante Rebecca
    – die im Spitzennachthemd zu sehen ist
    sein Hochmut auf dem Gipfel des Ruhms
    – nicht achtend auf Tante Rebeccas Warnungen
    sein jäher Sturz in den Abgrund der Verzweiflung
    – durch die Verschwörung der ernsten Minister
    sowie seine Rettung durch anhaltende Liebe
    – und wie er sein kleines Glück in der Tasche hat.
    Die Geschichte Napoleons!
    – Nicht des Kaisers, sondern des Tellerwäschers,
    genannt Nap: Nap the Emperor!
    – Die Nap Holiday Story!

    Es wird gezeigt heute Abend– mit allen Künsten unseres Theatersder fabelhafte Aufsteig Napoleons– nicht des Kaisers, sondern des Tellerwäschersaus den Blechhütten und Hinterhöfen der Slums– wo es nach tranigem Fett riechtin den Lichterglanz der großen Städte– wo das Frühstück im Bett serviert wirdmithilfe seiner unlängst verstorbenenTante Rebecca– die im Spitzennachthemd zu sehen istsein Hochmut auf…

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  • 5
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    3
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    Linda

    „Ich bin eine preisgekrönte Geschäftsfrau. Ich bin glücklich verheiratet, habe zwei hübsche Töchter, und ich passe immer noch in dasselbe Kleid wie vor 15 Jahren. Was könnte mich bedrohen?“

    Linda Wilde arbeitet als einflussreiche Marketing-Managerin im Kosmetikkonzern Swan Beauty Corporation. Ihren beiden Töchtern will sie das inspirierende Vorbild einer unabhängigen Ehefrau sein, die es geschafft hat, Familienleben und Karriere erfolgreich miteinander zu verbinden. Aber als sie diese Erfolgsstory zum Muster neuer Marketingstrategien nehmen will, um Frauen ab Fünfzig mehr Mut zu machen und den 30-Jährigen Vorbild zu sein für angstlosen Konkurrenzkampf, wird Linda beruflich und privat mit geänderten Spielregeln konfrontiert. Die Männer werden unberechenbarer. Die junge Frauengeneration rückt nach. Das vermeintlich perfekte Spiegelbild der 55-Jährigen bekommt Risse. Jetzt ist sie doch da, die Bedrohung. Kann Linda diesen Kampf gewinnen?

    Mit Sensibilität und britisch-bissigem Humor blickt Penelope Skinner auf weibliche Verhaltensmuster in Beruf, Familie und Gesellschaft. Ein hochaktuelles Spiel von Glanz, Verrat und Demütigung; von Macht, Schönheit und der Angst, diese zu verlieren. Zugrunde liegt der tiefgreifende Wunsch, gesehen und respektiert zu werden.

    „Ich bin eine preisgekrönte Geschäftsfrau. Ich bin glücklich verheiratet, habe zwei hübsche Töchter, und ich passe immer noch in dasselbe Kleid wie vor 15 Jahren. Was könnte mich bedrohen?“ Linda Wilde arbeitet als einflussreiche Marketing-Managerin im Kosmetikkonzern Swan Beauty Corporation. Ihren beiden Töchtern will sie das inspirierende Vorbild einer unabhängigen Ehefrau sein, die es geschafft…

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    Konsens

    Nina Raines Komödie über den menschlichen Makel der seelischen Kälte spielt unter jungen Großstädtern, die sich darum bemühen, das Berufliche und die Beziehung zum anderen Geschlecht in die Balance zu bringen. Unter ihnen sind Juristen, die als Anwalt, Richter, Verteidiger – selbst im sexuell aktivsten Alter zwischen 30 und 40 – mit Scheidungsfällen und Vergewaltigungen zu tun haben und in Paarbeziehungen persönlich wie beruflich extrem davon betroffen sind. Zwei von ihnen sind in einen Prozess gegen das Opfer einer Vergewaltigung eingebunden. Der eine als Ankläger. Der andere als Verteidiger des Angeklagten.

    Das Opfer der Vergewaltigung hat bei der Vernehmung vor Angst nicht erwähnt, dass es sich beim Angeklagten um einen vorbestraften Gewalttäter handelt. Dessen Verteidiger kann die Geschworenen davon überzeugen, dass sich Opfer und Täter einvernehmlich gepaart haben. Ihm geht es nicht um die Wahrheit. Ihm geht es allein ums Gewinnen. Der einzige Maßstab ist das Gesetz. Es gibt keine Moral, nur die optimale Auslegung des Gesetzes für den eigenen Sieg ohne menschliches Interesse für die Prozessbeteiligten. Einen Prozess zu gewinnen, bedeutet vor allem auch Bestätigung der sexuellen Potenz. Der Täter wird freigesprochen. Die Vergewaltigte bringt sich um.

    In die Beziehungen der Paare dringen Krisen ein. Die Männer verstricken sich in Affären. Die Frauen suchen Vergeltung. Die Männer werfen ihnen seelische Störung vor. Die Frauen möchten sie leiden sehen. Die Konflikte eskalieren bis zur „Vergewaltigung in der Ehe“.

    Zum Kreis der Freunde gehört eine Schauspielerin, die an einem kleinen Theater die Rächerin Medea probt. Der Medea-Komplex hat in die Rechtsprechung Einlass gefunden. Beim Richten über die Rächerinnen wird zwischen vorsätzlichem Handeln und seelischer Störung unterschieden. Im griechischen Drama ermordet Medea ihre Kinder, um sich am treulosen Jason zu rächen. In Nina Raines bitterer Komödie über den menschlichen Makel der seelischen Kälte werden die Kinder zur reinen Verhandlungsmasse. Ein Großstadtstück, von einiger Härte, mit beißendem Witz.

    Nina Raines Komödie über den menschlichen Makel der seelischen Kälte spielt unter jungen Großstädtern, die sich darum bemühen, das Berufliche und die Beziehung zum anderen Geschlecht in die Balance zu bringen. Unter ihnen sind Juristen, die als Anwalt, Richter, Verteidiger – selbst im sexuell aktivsten Alter zwischen 30 und 40 – mit Scheidungsfällen und Vergewaltigungen…

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