Stück Kategorie: Schauspiel

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    Damen
    3
    Herren

    Sunburst

    Der Freundlichkeit von Fremden kann Sylvia Sails, eine gealterte Schauspielerin im Ruhestand, nicht trauen. Als es eines Abends an der Tür ihres New Yorker Hotelzimmers klopft und sich eine männliche Stimme als ihr Hausarzt ausgibt, ahnt sie bereits Böses. Und tatsächlich ist Giuseppe, jugendlicher Nachtportier des Hotels von italienischer Abstammung und boshaft-unberechenbarer Virilität, der sich mit dieser Finte Zutritt verschafft, weniger an der Gesundheit der alten Dame interessiert als an „Sunburst“ – einem sündhaft teuren Diamantring an ihrer Hand.

    Sylvia jedoch, durch Alterslähmung kaum zu Gegenwehr fähig, ist eine Kämpferin, die den gewaltbereiten Unverschämtheiten Giuseppes die unerschrockene Haltung und den Stolz einer Grande Dame der Bühne entgegensetzt. Die Bedrohungslage eskaliert allerdings, als Giuseppe Unterstützung von seinem finsteren Kumpanen Luigi bekommt. Jetzt muss Sylvia, die im Moment höchster Not ihre Gedanken an Shakespeare-Versen schärft, ihre gesamte Raffinesse einsetzen, um das Verbrecherpärchen zu beschäftigen, bis der Morgen kommt und das erste Licht durch die Wolken bricht…

    Das Kurzstück „Sunburst“ versammelt die thematische Vielfalt von Tennessee Williams in komprimierter Form. Im Mittelpunkt steht die so unverwechselbare Konfrontation zwischen einer weiblichen Sphäre von Kultur und Imagination mit den dumpfen Besitzansprüchen animalischer Männlichkeit. Doch der Glanz des Geistes trägt den Sieg davon, und „Sunburst“ legt ein leidenschaftliches Plädoyer ab für die erhellende Kraft des Theaters und des Wortes.

    2 Szenen

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  • 11
    Damen
    5
    Herren

    Will Mr. Merriwether Return from Memphis?

    Seit Mr. Merriwether überraschend als Verkaufsleiter in ein Büro in Memphis versetzt wurde, verbringt Louise, seine Vermieterin und Geliebte, ihre Freizeit mit Geistern: Vincent van Gogh, Eleonore von Aquitanien, Arthur Rimbaud sowie diversen namhaften Märtyrern. Die Liste der ätherischen Erscheinungen, die bei Louises Séancen allabendlich durchs Wohnzimmer flimmern, ist zwar imposant, doch so illuster die Abendgesellschaft auch sein mag – bei jedem Autogeräusch erhofft sich Louise sehnsüchtig nur eines: die Rückkehr von
    Mr. Merriwether aus Memphis.

    Allerdings ist Louise in ihrer Einsamkeit nicht allein: Auch Nora, Louises verwitwete Nachbarin, nimmt an den Geistersitzungen teil – immer in dem festen Glauben, bei Eistee, Schokoladenkuchen und Geisterbeschwörungen ließe sich das Jenseits nach ihrem verstorbenen Mann durchforsten. Gloria hingegen, Louises pubertierende Tochter, will sich mit der flatterhaften Geisterwelt nicht zufrieden geben. Zum Missfallen ihrer Mutter setzt Gloria vielmehr alles daran, unter ihren Schulkameraden aus Fleisch und Blut endlich der ersten flammenden Liebe zu begegnen…

    Rastlose Geisterseelen und sehnsuchtsvolle Frauenherzen, zudem jede Menge Jazztanz, Banjo-Musik, ein Chor mit alten Weibern, die sich „Eumeniden“ nennen, und eine gehörige Portion Selbstironie – „Will Mr. Merriwether Return From Memphis?“ von Tennessee Williams ist nicht nur ein poetisches Stück über Liebe und Vergänglichkeit, es ist zugleich eine lebenssatte Komödie über Begegnungen der „dritten Art“, die schließlich auf ein furioses Finale zusteuert: die Rückkehr von Mr. Merriwether aus Memphis.

    Stück in 2 Akten

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  • 6
    Damen
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    Herren

    Die Nacht des Leguan

    Sommer 1940, der Dschungel an der mexikanischen Küste. Shannon, Doktor der Theologie, trockener Alkoholiker, zudem wegen „Unzucht und Ketzerei“ von der Kirche geschasst, erreicht als Leiter einer Reisegruppe von Lehrerinnen eines Baptisten-Colleges für Mädchen das Hotel „Costa Verde“, ein etwas zweifelhaftes Haus, das von der sinnenfreudigen Maxine geführt wird. Shannon ist am Ende seiner Kräfte: Erst ist Gott ihm verloren gegangen und nun droht ihm – nach einer Affäre mit der 17-jährigen Charlotte – auch die Kontrolle über sein puritanisches Frauen-grüppchen zu entgleiten.

    Doch im „Costa Verde“ ist Shannons Haltlosigkeit kein Einzelfall. Nach dem Tod ihres Mannes Fred sucht Maxine einen neuen Gefährten, vor allem aus sexuellen Gründen – Shannon wäre ihr Wunschkandidat. Nonno Coffin, „der älteste noch lebende Dichter“, hingegen kämpft gegen die Zeit: die neuronalen Aussetzer häufen sich, dabei ist das eine große Gedicht, das sein Werk krönen kann, noch nicht geschrieben. Er wird begleitet von Enkeltochter Hannah, einer Frau von tiefer innerer Schönheit und Stärke, zugleich einsam und eingeschlossen in ein nie gelebtes Liebesleben. Hannah will Shannon befreien von dem Schatten, der über seinem Leben liegt. Doch dazu muss sie auch sich selbst befreien.

    „Die Nacht des Leguan“ von Tennessee Williams ist eines seiner facettenreichsten Stücke: voller Humor, Lyrik und Lust an satirisch-grotesker Überzeichnung, aber auch ein Stück über den Kerker, der das eigene Leben ist, und den dramatischen Versuch, ihm zu entkommen. Am Ende, in einer der vielleicht intensivsten Szenen in Williams’ Werk, als Hannah und Shannon darüber streiten, ob sie einen für die Hotelküche gefangenen Leguan befreien sollen, macht es den Eindruck, als würden sich die Bahnen dieser zwei Einsamen für einen kurzen, aber hell erleuchteten Moment berühren. Und als wäre auch für sie die Freiheit möglich.

    Sommer 1940, der Dschungel an der mexikanischen Küste. Shannon, Doktor der Theologie, trockener Alkoholiker, zudem wegen „Unzucht und Ketzerei“ von der Kirche geschasst, erreicht als Leiter einer Reisegruppe von Lehrerinnen eines Baptisten-Colleges für Mädchen das Hotel „Costa Verde“, ein etwas zweifelhaftes Haus, das von der sinnenfreudigen Maxine geführt wird. Shannon ist am Ende seiner Kräfte:…

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  • 1
    Damen
    4
    Herren

    Ein guter Hund darf fressen

    Zwei Männer in der Zelle einer russischen Psychiatrie. Der eine, Alexander, ist hier, weil er Dinge gesagt hat zur repressiven Politik seines Regimes, zur Verfolgung von Dissidenten, zu Verhaftung und Folter, die man nicht sagen darf. Jetzt ist Alexander selbst ein politischer Häftling, kurzerhand zum „Patienten“ erklärt, bei dem man die gefährlichste aller psychischen Störungen diagnostiziert hat: eine eigene Meinung. Der andere, Iwanow, ist hier, weil er Dinge hört, die sonst niemand hört: mit einer kleinen Triangel führt er ein gewaltiges Orchester an, das allerdings nur in seiner Phantasie spielt. Iwanow ist wirklich verrückt.

    Doch die Klinikleitung, dort sitzen vor allem Philologen und Militärs, zeigt sich verhandlungsbereit: Iwanow müsse nur so tun, als wäre er gesund und Alexander nur öffentlich zugeben, dass er verrückt ist – und schon wären beide entlassen. Es gilt schließlich die Regel: Ein guter Hund soll auch fressen dürfen. Während Iwanow sich nun mit Hingabe darin übt, kein Orchester zu hören, erhöht die Klinikleitung zugleich den Druck auf Alexander, indem sie seinen schulpflichtigen Sohn ins Spiel bringt. Alexander muss eine schwere Entscheidung treffen: Ist die Wahrheit mehr wert als die Freiheit?

    Von den Prozessen gegen die russische Punkband „Pussy Riot“ bis zu den massiven Einschränkungen der Meinungsfreiheit in Viktor Urbáns Ungarn – das Thema von Tom Stoppards „Ein guter Hund darf fressen“, das auf den
    Erfahrungen der ehemals inhaftierten russischen Dissidenten Vladimir Bukovsky und Victor Fainberg beruht und zu Sowjetzeiten spielt, hat heute vielleicht seinen Rhythmus geändert, keinesfalls jedoch seine Melodie. Gegen die eiserne Faust der Autokraten vermag Tom Stoppard immerhin die feine Klinge der Ironie zu setzen: Ein System, das nur für wahr hält, was es selbst als wahr definiert hat, endet schließlich selbst dort, wo es seine Feinde sehen wollte: in einem Zustand der Schizophrenie.

    „Ein guter Hund darf fressen“ – der Titel dient auch als Eselsbrücke für die fünf Notenlinien „EGHDF“ – ist allerdings nicht nur eine aufwühlende und lakonische Satire über die wahnhafte Logik diktatorischer Systeme, es ist zugleich ein Stück von formaler Einzigartigkeit: es wurde komponiert für Schauspieler und Orchester, an die Seite des Textes von Tom Stoppard tritt die Musik des amerikanischen Komponisten André Previn. Daraus entsteht nicht zuletzt die fulminante Komik des Stücks: Wenn Iwanow gegen das Gespenst seines imaginären Orchesters kämpft, dann unter erschwerten Bedingungen –: das reale Orchester nämlich greift vom Bühnenrand her ein ins Spiel, kommentiert und karikiert es.

    Das Zusammenspiel beider Kunstformen bringt auf diese Weise eine völlig neuartige, symphonische Variante des Theaters hervor: eine politisch-musikalische Parabel über eine streng orchestrierte Gesellschaft, in der kein Ton jemals aus der Reihe tanzen darf.

    Ein Stück für Schauspieler und Orchester

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  • 1
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    2
    Herren

    Komplize

    Benjamin Kritzer, 49, amerikanischer Journalist und Pulitzer-Preisgewinner wird zu einer außergerichtlichen Anhörung geladen, zu der noch nicht einmal sein Anwalt Roger Cowan Zutritt hat.

    Vor einem Jahr hat Ben auf BBC ein Interview gegeben, in dem er sich nach den Angriffen auf das World Trade Center zu der veränderten Haltung der amerikanischen Regierung zum Thema Folter äußerte. Durch seine Quelle im Pentagon konnte Ben in Erfahrung bringen, dass dort seit längerer Zeit ein Memorandum in Umlauf ist, demzufolge nur noch solche Handlungen als Folter bezeichnet werden, die zu Organstörungen führen, ein Memorandum also, das die Genfer Konvention faktisch außer Kraft setzt.

    Gleichzeitig begannen die Vereinigten Staaten damit, Terrorverdächtige in ausländische Geheimgefängnisse zu überstellen – vorzugsweise in solche Länder, in denen bestialische Misshandlungen auf der Tagesordnung stehen, die dort unter dem Euphemismus „Gesteigerte Befragung“ durchgeführt werden. Ben befindet sich im Besitz unterzeichneter Anweisungen, die all diese Maßnahmen ausführlich belegen.

    Die Regierung hat nur ein Ziel: Das undichte Leck in den eigenen Reihen herausfinden und das Leck stopfen. Die Frage also lautet: Wer ist Bens Informant?

    Ben Kritzer beruft sich auf seine Journalistenehre, auf den Schutz seiner Quelle, eines wesentlichen Grundpfeilers der Pressefreiheit. Aber damit kommt er in diesen harten Zeiten nicht durch. Rein faktisch befinden sich die Vereinigten Staaten im Kriegszustand. Hat Ben mit seinem Bericht die Sicherheit des Landes gefährdet? Ist er ein Verräter? Andererseits breitet sich in den USA seit den Angriffen ein Phänomen immer weiter uferlos aus, dem scheinbar nur die Vierte Gewalt im Staat, die freie Presse, Einhalt gebieten kann: Uneingeschränkte Macht ohne Kontrolle.

    „Man kann sehen, wie man uns sämtlicher Freiheiten beraubt. Es geschieht in Zeitlupe.“

    Wie im Treibsand kämpft der Protagonist um seine Existenz, seine Freiheit, sein Leben. Und um sein Gewissen. Denn im Spätherbst des Jahres 2001 veröffentlichte Ben selbst eine persönliche Stellungnahme zum Thema Folter, die er heute für den größten Fehler seines Lebens hält.

    Ist Benjamin Kritzer also noch nicht einmal der Michael Kohlhaas, für den wir ihn über den weitesten Zeitraum seiner Geschichte halten, sondern einfach nur: „Komplize“?

    Ein beängstigendes Porträt des Klimas für Journalisten in den USA, und nicht nur in den USA, seit dem 11. September.

    Stück in 2 Akten

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  • 2
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    2
    Herren

    Darwins Engel

    Es herrscht Krieg zwischen Kreationisten und Evolutionisten. Die einen glauben dem lieben Gott, die anderen Charles Darwin. Besonders fortschrittliche Evolutionisten vermuten sogar, dass wir nicht nur von Affen abstammen, sondern dass wir selbst Affen sind. Währenddessen basteln Wissenschaftler mit allen Mitteln am genetischen Code, an der Züchtung künstlicher Arten.

    Das tun auch Balthasar und Leonore, der Biologe und die Terroristin. Zwei skurrile Idealisten, die sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt haben: Die Beseitigung der missglückten Spezies Mensch durch die Erschaffung des Guten aus der Retorte – Darwins Engel!

    Das Leben als Baukasten: In „Darwins Engel“ nimmt Lotte Ingrisch vorweg, was die neueste Disziplin der Biologie, die „Synthetische Biologie“, heute erst für sich entdeckt. Ob es die Herstellung künstlicher Lebensmittel ist oder die Optimierung der DNA – der Mensch wird zum Ingenieur des Lebens und zum Schöpfer seiner eigenen Evolution. Der Krieg zwischen Gott und Darwin entscheidet sich so zugunsten des gottgleichen Darwinisten.

    In „Darwins Engel“ jedoch kommt überraschend die Liebe ins Spiel, und beinahe verdirbt sie alles. Echte Idealisten wie Balthasar und Leonore schrecken zwar auch vor Mord nicht zurück, doch die Opfer überleben in aller Frische. Scheinbar als Geister stürzen sie das Leben der Beiden abermals ins Chaos…

    Komödie in einem Akt

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  • 3
    Damen
    3
    Herren

    Alles Ausschalten.

    Es hat einen Zwischenfall gegeben. Vor einer Diskothek ist ein Jugendlicher von mehreren Personen angegriffen und so schwer verletzt worden, dass er auf der Fahrt ins Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben ist. Die Nachricht vom Tod des jungen Mannes verbreitet sich nach und nach unter den Jugendlichen. Als einer der Täter von seinem Freund davon erfährt, will er es zunächst nicht glauben. Im weiteren Verlauf der Handlung sieht er sich entschlusslos zwischen seiner grundsätzlichen Haltung zur Außenwelt, zur Gesellschaft, und den emotionalen Auswirkungen durch das Verarbeiten des Todesfalls.

    Auch im Freundeskreis des jungen Totschlägers gibt es Probleme. Einer von ihnen muss sich Tag und Nacht um seinen Vater kümmern, der nach einem Schlaganfall gelähmt im Rollstuhl sitzt. Und seine neue Freundin hat ein Baby, zu dem sie keine Beziehung aufbauen kann. Und wenn er jetzt noch wüsste, dass er den Vater dieses Kindes getötet hat…

    „Alles Ausschalten.“ führt in die zerrüttete Gefühlswelt einer Generation von Jugendlichen, die in letzter Zeit immer mehr für negative Schlagzeilen sorgt. Das Stück ist zugleich ein Versuch, das in den Medien schwarz-weiß polarisierte Bild zu differenzieren. Die Maskierungen der durch ihr soziales Umfeld in feste Werte gepressten Jugendlichen werden aufgebrochen, und es wird ihnen eine zweite, ein innere, Stimme gegeben. „Alles Ausschalten.“ ist ein Stück über den Verlust einer Jugend und ihrer Suche nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft.

    22 Szenen mit einem Prolog

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  • 2
    Damen
    2
    Herren

    Zeitstillstand

    Die amerikanische Fotojournalistin Sarah Goodwin kehrt schwerverletzt von ihrem Einsatz in einem Krisen-, ja Kriegsgebiet im Nahen Osten nach New York zurück. Ihr Freund und Lebensgefährte James Dodd, selbst Freier Auslandsreporter, bringt sie, die an Krücken geht, hinauf in ihre gemeinsame Wohnung. James hatte das Loft Hals über Kopf verlassen, um Sarah aus einem amerikanischen Militärkrankenhaus in Deutschland, wo sie im künstlichen Koma lag, nach Hause zu holen. Mit Wasser aus der Leitung und Scotch stoßen sie an auf die bevorstehenden Arzttermine und die gemeinsame Genesung. Denn James muss zur Psychotherapie. Als Zeuge eines blutigen Angriffs hatte er einen Schock erlitten und war vor Wochen aus dem Krisengebiet nach Hause zurückgekehrt.
    Wenige Tage später erhalten die Beiden Besuch von Sarahs Redakteur und gutem alten Freund Richard Ehrlich, einem Mittfünfziger, der aber nicht allein kommt. Er bringt seine 25jährige neue Freundin Mandy Bloom mit, sehr zur Überraschung von James und Sarah. Mandy ist Event-Planerin, und so stößt die Schicki-Micki-Eventkultur aufs juste milieu der von der eigenen Wichtigkeit überzeugten linksliberalen Intelligenz. Aber in Mandy steckt mehr als das kleine Dummchen. Denn sie stellt die beunruhigende Frage nach der Rolle und dem Selbstverständnis der Fotografin, die das Elend festhält, aber als Zeugin der Katastrophen nicht helfend eingreift. Und später wird Sarah bekennen: „Ich lebe vom Leiden Fremder.“

    „Zeitstillstand“ zeigt, wie sich die sogenannte Erste Welt ihr Bild von der inzwischen nicht mehr so genannten „Dritten Welt“ macht. Der Titel bezieht sich auf das, was Sarah, wie sie sagt, beim Fotografieren sieht: „Wenn ich durch das kleine Rechteck sehe… Bleibt… Die Zeit… Stehen.“ Es ist aber auch ein Stück über Journalismus und Markt, kann doch James seinen Artikel über Flüchtlinge im Nahen Osten nicht in Richards Zeitschrift unterbringen, weil da schon was über Katastrophenhelfer in Afrika reinkommt. Wieviel Elend ist dem Abendland zuzumuten. Und was macht es aus den Berichterstattern.
    Donald Margulies gelingt ein denkanregendes, witzig-pointiertes Stück jenseits aller Schlagzeilendramatik.

    Stück in 2 Akten

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