Ada und Dave Simmons haben sich 1946 aus London aufs Land nach Norfolk zurückgezogen. Im Zeitalter industrieller Massenarbeit wollen sie dort nach utopischem Vorbild in enger Verbindung von Handwerk, Familie und Natur ein einfaches, erfülltes Leben führen. Die teils skeptische, teils spöttische Anteilnahme anderer Familienmitglieder lassen sie sich gefallen. Doch Dave kann sich weder als Gutsarbeiter noch als selbständiger Tischler durchsetzen. Nach 13 Jahren muss er sein Experiment vom ganzheitlichen Menschen – Handwerker, Künstler und Philosoph in einem – als gescheitert aufgeben. Enttäuscht und erschöpft, jedoch nicht gebrochen, kehrt die Familie von ihrem unerreichbaren „Jerusalem“ in die Mietskasernen nach London zurück.
Nächstes Jahr in Jerusalem
Verfasst von
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Stück in 3 Akten
Wesker, Arnold
ARNOLD WESKER, geboren 1932, verhalf in den 50er und 60er Jahren – wie auch John Osborne, John Arden, Shelagh Delaney, Harold Pinter und andere – dem englischen Drama zu neuem internationalen Ansehen. Nach frühen Stücken über den englischen Alltag und seine Arbeitswelt, die von großem sozialkritischem Engagement getragen sind („Hühnersuppe mit Graupen“, „Tag für Tag“, „Nächstes Jahr in Jerusalem“, „Die Küche“, „Alles mit Bratkartoffeln“, „Goldene Städte“, „Journalisten“), wandte er sich intimeren und privateren, aber auch großen historischen Themen zu („Vier Jahreszeiten“, „Die Freunde“, „Die Alten“, „Das Hochzeitsfest“, „Shylock“, „Liebesbriefe auf blauem Papier“, „Blockade“). Er schrieb die Frauenmonologe „Annie Wobbler“, „Betty Lemon“, „Brief an eine Tochter“, „Entrümpelung“, „Meine Mutter lebte auf einem anderen Stern“ und „The Mistress“. Mit seinem literarischen Werk, das außer Dramen auch Fernsehspiele, Drehbücher, Erzählungen, Essays und eine Autobiographie umfasst, gehört Wesker zu den produktivsten und engagiertesten Schriftstellern seines Landes. Mittlerweile hat in England, wo Wesker es im Laufe seiner Karriere vom einfachen Koch zum königlichen Ritter geschafft hat, die Wesker-Renaissance begonnen: mit Wiederaufführungen von „Die Küche“ (National Theatre, Olivier) und „Hühnersuppe mit Graupen“ am Royal Court Theatre (Regie: Dominic Cooke). James Macdonald hat im Oktober 2013 „Tag für Tag“, Mittelstück der berühmten Wesker-Trilogie, am Donmar Warehouse im Londoner West End inszeniert.