Eine englische Industriestadt zwischen 1926 und 1990. In der Kathedrale von Durham träumt der angehende Architekt Andrew Cobham von schönen und menschenwürdigen Städten der Zukunft. Der Bau dieser Städte, dem Andrew sein Leben widmet, wird zunächst wegen des Kriegs verschoben. Danach wächst zwar eine seiner sechs geplanten goldenen Städte in die Höhe, doch sie wird mit den ursprünglichen Ideen Andrews nicht viel zu tun haben. Gewerkschaften und Labourregierung, auf deren Unterstützung Andrew gerechnet hat, lassen ihn im Stich. Die Verantwortlichen hören ihm zu und ehren ihn schließlich sogar mit einem Titel, aber sie veranlassen ihn zu Kompromissen, und sein Enthusiasmus schwindet in dem Maße, wie sein Erfolg wächst. Er verbittert und verhärtet sich auch gegen seine Freunde und seine Frau. Von seinem Traum bleibt schließlich nicht mehr als die architektonische Idee. Andrews gescheitertes Zukunftsprojekt steht für viele ähnliche unverwirklicht gebliebene Nachkriegsträume.
Their Very Own and Golden City
Verfasst von
in
Stück in 2 Akten
Wesker, Arnold
ARNOLD WESKER, geboren 1932, verhalf in den 50er und 60er Jahren – wie auch John Osborne, John Arden, Shelagh Delaney, Harold Pinter und andere – dem englischen Drama zu neuem internationalen Ansehen. Nach frühen Stücken über den englischen Alltag und seine Arbeitswelt, die von großem sozialkritischem Engagement getragen sind („Hühnersuppe mit Graupen“, „Tag für Tag“, „Nächstes Jahr in Jerusalem“, „Die Küche“, „Alles mit Bratkartoffeln“, „Goldene Städte“, „Journalisten“), wandte er sich intimeren und privateren, aber auch großen historischen Themen zu („Vier Jahreszeiten“, „Die Freunde“, „Die Alten“, „Das Hochzeitsfest“, „Shylock“, „Liebesbriefe auf blauem Papier“, „Blockade“). Er schrieb die Frauenmonologe „Annie Wobbler“, „Betty Lemon“, „Brief an eine Tochter“, „Entrümpelung“, „Meine Mutter lebte auf einem anderen Stern“ und „The Mistress“. Mit seinem literarischen Werk, das außer Dramen auch Fernsehspiele, Drehbücher, Erzählungen, Essays und eine Autobiographie umfasst, gehört Wesker zu den produktivsten und engagiertesten Schriftstellern seines Landes. Mittlerweile hat in England, wo Wesker es im Laufe seiner Karriere vom einfachen Koch zum königlichen Ritter geschafft hat, die Wesker-Renaissance begonnen: mit Wiederaufführungen von „Die Küche“ (National Theatre, Olivier) und „Hühnersuppe mit Graupen“ am Royal Court Theatre (Regie: Dominic Cooke). James Macdonald hat im Oktober 2013 „Tag für Tag“, Mittelstück der berühmten Wesker-Trilogie, am Donmar Warehouse im Londoner West End inszeniert.