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Der plötzliche Tod von Krista Jussenhoven hat auch unter Theaterleuten starke persönliche Reaktionen hervorgerufen. Das ist ein Trost in dieser Zeit, in der immer mehr das bloße Funktionieren des Miteinanders in den Vordergrund rückt.

Die Theaterleitung eines großen Schauspielhauses hält fest: „Krista Jussenhoven war über Jahrzehnte für uns eine unerlässliche Verbündete, eine vertrauensvolle Sparringspartnerin und unermüdlich leidenschaftliche Kämpferin für die Literatur und das Theater.“

Über Jahrzehnte mit ihr verbundene Schauspielerinnen versichern: „Für das Theater, für ihre geliebten Autoren und all die Freunde wird sie unersetzbar sein!“

Gert Heidenreich, der zu Krista Jussenhovens ersten Autoren gehörte, hat ihr zum Abschied auf Melaten in Köln die folgenden Sätze nachgerufen: „Krista Jussenhoven war nicht nur die kompetente und bedeutende Vermittlerin zwischen Autor und Bühne, sie war auch eine Schriftstellerfreundin, die das Gesamtwerk ihrer Autorinnen und Autoren im Blick hatte und immer bereit war, zwischen den literarischen Gattungen produktive Verbindungen zu schaffen. Dazu gehörte für sie, in schwieriger Lage, die das Autorendasein eigentlich immer bereithält, mit Rat, Ermutigung und, wo nötig, konstruktiver Kritik zu helfen. Ihr unergründlich sanfter Humor, ihre Beständigkeit in der Verfolgung von Projekten, ihr Selbstbewusstsein im Umgang mit den Medien-Redaktionen, all das kam uns Autoren zugute. Mehr noch trauere ich um die warmherzige Freundin Krista. Und ich bin dankbar für die vielen guten Jahrzehnte gemeinsamer Lebenserfahrung.“

Sprichwörtlich war Krista Jussenhovens „Sanfte Energie.“ Beim Abschied von ihr rief Martin Kliemann die fünf Jahre lange Zusammenarbeit mit ihr, während derer sie zugleich ihren Verlag aufbaute, für die Theateraufzeichnungen des WDR in Nordrhein-Westfalen ins Gedächtnis, die sie als Dramaturgin vorschlug und betreute und er als Regisseur umsetzte. Dazu gehörten auch die großen Bochumer Inszenierungen von Andrea Breth wie Pirandellos Die Riesen vom Berge und Süden von Julien Green, dessen Aufzeichnung Jürgen Flimm noch als Teil seines Ruhrtriennale-Programms in der Zeche Zollverein zeigte: „Sie hat sich immer durchgesetzt, weil sie recht hatte. Aber sie hat nie gebrüllt.“

Inzwischen treffen auch per Post von Autoren und Regisseuren und ausländischen Agenten immer auf’s Neue bewegende Worte des Schmerzes und der Anteilnahme ein, die Trost spenden. Die Dramaturgin des Lincoln Center Theater in New York drückte es so aus: „I simply cannot believe it and I cannot imagine a world without her. It will take me - and of course all of us - quite a bit of time to adjust to a world without Krista.”

Der Theater- und Medienverlag JUSSENHOVEN & FISCHER bleibt unter Leitung des bisherigen Mitgesellschafters und Mitgeschäftsführers Helmar Harald Fischer bestehen.


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