Ein Freundeskreis von sechs Mittvierzigern, Frauen und Männern, findet sich am Sterbebett ihrer Freundin Esther zusammen. Sie alle sind durch langjährige geistige und geschäftliche Beziehungen verbunden. Überzeugt von der menschheitsbeglückenden Wirkung von Kunst und Kultur, haben sie Geschäfte gegründet zum Verkauf schöner selbstentworfener Stoffe und handwerklicher Gegenstände. Doch die Geschäfte stehen jetzt ebenso nahe vor dem finanziellen Bankrott wie die Freunde vor dem ideellen. Während sie bei Esther sitzen, versuchen sie den Grund zu erforschen, warum ihre frühere Energie in Ratlosigkeit und Resignation gemündet ist und sie in eine so tiefe Krise geraten sind. Als Esther stirbt, halten sie lange bei ihr Totenwache, erschüttert darüber, dass gerade die Lebensbejahendste unter ihnen als erste aus dem Freundeskreis scheidet. Sie deuten ihren Tod symbolisch als Tod ihrer Ideale. Am Schluss nehmen sie die Tote aus dem Bett und bewegen sie in einem rituellen Auferstehungstanz, bei dem sie ihren Schmerz überwinden und auf neue, fast mystische Weise zusammenfinden.
Die Freunde
Verfasst von
in
Stück in 2 Akten
Wesker, Arnold
ARNOLD WESKER, geboren 1932, verhalf in den 50er und 60er Jahren – wie auch John Osborne, John Arden, Shelagh Delaney, Harold Pinter und andere – dem englischen Drama zu neuem internationalen Ansehen. Nach frühen Stücken über den englischen Alltag und seine Arbeitswelt, die von großem sozialkritischem Engagement getragen sind („Hühnersuppe mit Graupen“, „Tag für Tag“, „Nächstes Jahr in Jerusalem“, „Die Küche“, „Alles mit Bratkartoffeln“, „Goldene Städte“, „Journalisten“), wandte er sich intimeren und privateren, aber auch großen historischen Themen zu („Vier Jahreszeiten“, „Die Freunde“, „Die Alten“, „Das Hochzeitsfest“, „Shylock“, „Liebesbriefe auf blauem Papier“, „Blockade“). Er schrieb die Frauenmonologe „Annie Wobbler“, „Betty Lemon“, „Brief an eine Tochter“, „Entrümpelung“, „Meine Mutter lebte auf einem anderen Stern“ und „The Mistress“. Mit seinem literarischen Werk, das außer Dramen auch Fernsehspiele, Drehbücher, Erzählungen, Essays und eine Autobiographie umfasst, gehört Wesker zu den produktivsten und engagiertesten Schriftstellern seines Landes. Mittlerweile hat in England, wo Wesker es im Laufe seiner Karriere vom einfachen Koch zum königlichen Ritter geschafft hat, die Wesker-Renaissance begonnen: mit Wiederaufführungen von „Die Küche“ (National Theatre, Olivier) und „Hühnersuppe mit Graupen“ am Royal Court Theatre (Regie: Dominic Cooke). James Macdonald hat im Oktober 2013 „Tag für Tag“, Mittelstück der berühmten Wesker-Trilogie, am Donmar Warehouse im Londoner West End inszeniert.