Stück Kategorie: Jugend

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    Suburbia

    Der Ort

    Die Kleinstadt, die im Zuge der Zersiedlung zur Vorstadt der Großstadt wird: das Land Suburbia mit seiner allgegenwärtigen, kleinbürgerlich-satten Enge und Ödnis – oder doch Gemütlichkeit und Sicherheit? Die Jugend trifft sich beim 7-Eleven-Laden „an der Ecke“, um zu palavern, zu saufen, zu flirten, zu flippen. Ein Nicht-Ort als Heimat.


    Die Zeit

    Das Alter um die Zwanzig, ein Jahr nach dem Schulabschluss: Aufbruch oder Sesshaftwerden, hin- und hergerissen zwischen Revolte, No Future und Karriereträumen, großer Liebe und großer Klappe. In der Clique scheiden sich die Sieger von den Versagern, die Revoluzzer von
    den Duckmäusern, die Künstler von den Denkern von den Kämpfern.


    Das Personal

    JEFF und BUFF – der intellektuelle Schwätzer und der gewiefte Clown; SOOZE und BEE-BEE – die engagierte Künstlerin und die wohlstandsverwahrloste Verliererin; TIM – der „etwas Ältere“, der gescheiterte Aussteiger, der angeberische Brutalo mit faschistoiden Tendenzen; PONY und ERICA – der erfolgreiche Rockstar als Heimkehrer und ein „Poor Little Rich Girl“ als seine PR-Kanone; NORMAN und PAKEESA – ein junges pakistanisches Geschwisterpaar auf Assimilationskurs im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, als Ausländer und Besitzer des 7-Eleven-Ladens willkommene Zielscheibe für Frust, Sturm und Drang der jungen Amerikaner.


    Die Handlung

    Es ist ein besonderer Abend für die Jugendclique von Burnfield, irgendwo im Nordosten der USA: Rockstar PONY, ein ehemaliger Klassenkamerad, tritt mit seiner Band im Stadion der Stadt auf und wird nach dem Konzert zum Treffpunkt „an der Ecke“ kommen. Die
    Konfrontation mit dem personifizierten Erfolg wirkt als Katalysator auf die verwirrten, heftigen Gefühle der anderen jungen Leute; PONY und ERICA bringen alle mit ihrer Selbstsicherheit und ihren Angeboten durcheinander.


    PONY, in nostalgischer Stimmung, will sein nächstes Plattencover von SOOZE gestalten lassen (ihre Zeichnungen im Kunstunterricht waren so interessant), neue Texte von JEFF (der mal einen gewagten Aufsatz über seinen Schwanz geschrieben und sogar vorgetragen hat) und den Videoclip von BUFF (immerhin hat er hie und da Alltagsschnipsel mit der Videokamera aufgenommen).

    ERICA flirtet zunächst mit dem machohaft auftretenden TIM; nachdem der sich als alkoholisierte Pleite entpuppt, nimmt sie lieber BUFF, den liebenswerten Spaßvogel: demnächst Happy-End in Beverly Hills.

    SOOZE, die ohnehin als Performance-Künstlerin nach New York City gehen wollte, ganz gleich, ob mit oder ohne ihren Freund JEFF, beginnt eine Affäre mit PONY, der „an sie glaubt“ – anders als JEFF, der seine träge Mittelmäßigkeit hinter hohen Ansprüchen und
    pseudo-engagierten Politphrasen verbirgt.

    BEE-BEE, von ihren Eltern zum Drogenfall gestempelt, kämpft schwer um Selbstachtung; als BUFF stürmisch mit ihr anbändelt und sie dann wegen ERICA sitzen läßt, gibt sie auf.

    TIM, bislang als eigensinniger Aussteiger mit „männlicher“ Army-Vergangenheit von den anderen anerkannt, wird an diesem Abend in jeder Hinsicht auf Null gebracht; er reagiert seinen Frust vor allem an den „Fremden“, den „Eindringlingen“ ab – PONY und ERICA, die Erfolgreichen, lachen ihn aus – und attackiert NORMAN und PAKEESA: Deren fleißig aufgebaute Existenz macht ihn unglaublich aggressiv. Die tragische Entwicklung der Situation – BEE-BEE begeht auf dem Dach des 7-Eleven-Ladens Selbstmord – wird er gegen NORMAN zu wenden versuchen: Ende offen.


    Das Stück

    ist ein genauer Reflex auf unsere Zeit und zugleich zeitlos: Diese Momentaufnahme im Leben einer Gruppe Jugendlicher, vom Abend bis zum Morgen, zeigt ihre Träume, ihren Weltschmerz, ihre Albernheit wie ihre Ernsthaftigkeit. Autor Eric Bogosian, u. a. bekannt durch sein auch verfilmtes Stück Talk Radio, verleiht seinen „jüngeren Geschwistern“ eine direkte Sprache, frech, komisch, anrührend. Suburbia trifft den Augenblick des Erwachsenwerdens, den wir alle kennen.

    Stück in 4 Akten

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    Endgeil

    Plötzlich, eines Nachmittags, steht „Mick Stemmer“, ein Schüler von knapp siebzehn Jahren, im Arbeitszimmer seines Großvaters, des freien Publizisten „Georg Stemmer“, Sechzig; dessen Sohn und Schwiegertochter, die Eltern des jungen Mick, wollen angeblich ohne Kind Urlaub machen. In Mick und Georg treffen zwei Lebensweisen und –ansichten aufeinander, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Der Großvater: ein 68er, dem Bücher und Philosophie lebenswichtig sind; der Enkel: ein Kind der Spaß- und Geldgesellschaft, der in der Welt aus Fernsehen und Computerspielen groß geworden ist und von Literatur so wenig Ahnung hat wie von Geschichte und Politik. Gleichwohl ist er gedanklich schnell und weiß sich mit dem Witz und der Lakonik seiner Jugendsprache intelligent zur Wehr zu setzen. Als beide Generationen – gemeinhin heißt es ja, Großväter und Enkel verstünden einander gut – begreifen, dass sie für längere Zeit miteinander auskommen müssen, beginnt ein zunächst spielerisch, dann ernst, schließlich hoch aggressiv ausgetragener Kampf um Autorität und Widerstand.

    Ein versöhnlicher, gleichwohl brüchiger Schluß läßt ahnen, dass Mick und sein Großvater Georg lernen werden, miteinander auszukommen – wenn beide ihre Lebensvorstellungen und –haltungen in Frage stellen können.


    Aus Micks Rap Song – Dritter Akt:

    „Mann, wart ihr gut
    und mutig auf der Straße.
    Da floß das Blut
    der 68er-Klasse!
    Ihr wart so geil, da
    stinken wir ab,
    wir sinken als schlappe
    Schwänze ins Grab…

    Denn das Gute bewährt sich,
    und schlecht Sein rächt sich,
    darum lieben wir die Opas von 68!

    Deshalb habt ihr ja
    endgeil revoluzzt!
    Aber wir ham den Bossen
    die Schuhe geputzt!
    Wir sind so blöd,
    ihr wißt so viel!
    Ihr seid radikal!
    Wir haben kein Ziel…“

    Stück in 3 Akten

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    Helmet

    Game started. Brauch sofort ne Waffe. Wo? Wo? Wo? Hier rechts. Links. Rechts. Wo bist du? Good shot. You are tied for the lead. Au.You have taken the lead. Game reset.
    Einatmen. Ausatmen. Ich muss auf Plattform drei. Ich nehm die Plasma Gun. Brauch noch’n Pack Gesundheit. Wo? Wo? Wo? Ich nehme die Kreissäge, Arschloch. Brauch noch eine Rüstung. Gelb Rot Gelb. Zuwenig Ping. Aua. Treffer. Versenkt. You have lost the lead. Good game. Game restarted. Good shot. Treffer. Humiliation. Versenkt. You have lost the lead.
    So oder so ähnlich hämmert es durch Helmets Kopf. Computer Spiele. Sonst nichts. Das Leben als weitere Möglichkeit. Game reset. Zurück auf Anfang. Wer dreimal stirbt, ist tot.

    Roddy, alias Helmet, ist ein Computer Kid. Ein Underdog. Ein weit entfernter Verwandter von Hamlet, der Antiheld einer neuen Generation von Computerjunkies. Die Konsole wird ihm zum Schlupfloch in eine andere Welt, die Rückseite des Spiegels. Helmet hängt den ganzen Tag in „der Zone“ herum und spielt Computerspiele.

    Der Laden gehört Sal. Sal ist Inder. Er torkelt zwischen seiner Herkunft und den Werten der Leistungsgesellschaft hin und her. Alle in Sals Familie haben Erfolg, nur Sal hat keinen. Er muss den Laden schließen. Früher wollte er mal Komiker werden, aber keiner hat gelacht. „Falsches Publikum“, behauptet Sal.

    „Die Zone“ selbst ist ein Computerspiel. Sal und Roddy sitzen darin fest. Ihre Realität ist eine Schachtel in einer Schachtel in einer Schachtel… Sie verletzen sich, sie töten sich, sie werden Freunde, sie werden Feinde. „Stirbt“ einer, dann fängt das Spiel von vorne an. Wir sehen die jeweils andere Möglichkeit, wie es auch hätte sein können, wenn… In diesem Spiel ist scheinbar nichts endgültig. Wer immer wieder von vorne anfangen kann, der braucht keine Skrupel. „Das Gute“ und „das Schlechte“ tragen einfach ein anderes Kostüm.

    Im Laufe des Spiels schleicht sich jedoch ein Fehler ein. Zwei Leben werden sichtbar, Erfahrungen, die nicht gelöscht werden können. Ein Neustart ist nicht möglich. Die Realität ist nicht mehr umkehrbar. Im Leben hat jeder nur ein Leben.

    Das Aufeinandertreffen dieser beiden Außenseiter entlädt sich in brillanten Dialogen und erzählt die berührende, oft komische Geschichte zweier Verlierer im „Struggle for Life“. Ein Abend in „der Zone“ gibt den Blick frei auf das Leben im Dickicht unserer Städte.

    Fünf Level

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    Mein Arm

    Eine Bühne.

    Ein Stuhl. Ein Tisch. Eine Fernsehkamera auf dem Tisch. Beliebige Alltagsgegenstände, keiner größer als ein Schuh, im Idealfall aus dem Publikum zur Verfügung gestellt. Ein Fernsehapparat. Eine große Leinwand. Eine Spielzeugpuppe.

    Ein Mann.

    Erzählt. Er zählt auf. Das ist die Mutter, das ist der Vater, das ist der ältere Bruder, das ist der Hund, das ist das Haus, das ist das Auto – und dabei hält er die beliebigen Gegenstände in die Kamera, die alles auf den Bildschirm überträgt. Er erzählt seine Lebensgeschichte. Völlig unaufgeregt eine fast alltägliche Geschichte. Vom Leben auf dem Lande, vom Aufwachsen in der Provinz. Nur wird seine Lebensgeschichte zu einer Art Kunstgeschichte.

    Wie das? Was hat er getan, was gemacht, was geleistet? Einmal im Leben, im Alter von zehn Jahren, hat er willkürlich, unwillkürlich, einer plötzlichen Eingebung folgend, den Arm gehoben, hoch in die Höhe gestreckt und ihn dann nie wieder fallen gelassen. Zu Hause als abartig angefeindet, von Psychiatern als hoffnungsloser Fall abgeschrieben, folgt er seinem älteren Bruder Anton, der sich zum Künstler berufen fühlt, und seinem Schulfreund Simon, der sich zum Kunstmanager mausert, in die Metropole und gerät mit seinem abfaulenden Arm in den Kunstbetrieb. Simon macht ihn zum Mittelpunkt einer Konzept-Kunst-Ausstellung mit dem Titel Manifest Man(n)-u-factum, eine berühmte Malerin entdeckt ihn als Modell. Es geht alles seinen kapitalistischen Gang. Am Ende steht in New York ein Vertrag mit dem größten

    Kunsthändler über die künstlerische Verwertung des Lebenden, die Vermarktung der Leiche. Body-Art in höchster Vollendung; der Urahn solcher Darstellung – Kafkas „Hungerkünstler“ – lässt ebenso grüßen wie David Blaine in seinem Glaskäfig über der Themse. Ein Lebenswerk als Performance. Kunst als Chance zur Freiheit und Selbstbefreiung, Kunst als Falle, und das Publikum wird Teil des Verwertungszusammenhangs. Die Zuschauer sind Komplizen.

    „Kunst ist alles, was einem als Kunst abgenommen wird“, lautet Simons Credo. Und Crouch wirft in seinem bösen, so komischen wie beunruhigenden Text natürlich die Frage auf: Was ist Kunst und was ist Mache? Gibt es einen an sich intentionslosen Gehalt, eine gehaltlose Intention? Verleihen erst Sekundäraktivitäten wie Kritik und Marktschreierei einem Objekt, einem dokumentierten Akt Sinn und Bedeutung? Mindestens seit Marcel Duchamp steht jedes Pissbecken unter Kunstverdacht, wenn es nur im „richtigen“ Kontext präsentiert wird. Umso dringlicher stellt sich die Frage: Macht erst der Rahmen das Bild? Ist der ästhetische Mehrwert eine gesellschaftliche Konstruktion der Konsumenten und Verwerter? Ebenso zufällig wie bestimmt entfaltet Crouchs Text eine Reflexion über Leben und Kunst, Leben als Kunst. Ein Mann ohne Eigenschaften wird zur unendlichen Projektionsfläche, und am Ende steht der Mensch nicht mehr als Subjekt da, sondern als Objekt, als globalisiertes Kunstwerk. Von der Kunstobjektwerdung des Menschen, die ja auch eine Verdinglichung ist, handelt Mein Arm.

    Eine Bühne. Ein Stuhl. Ein Tisch. Eine Fernsehkamera auf dem Tisch. Beliebige Alltagsgegenstände, keiner größer als ein Schuh, im Idealfall aus dem Publikum zur Verfügung gestellt. Ein Fernsehapparat. Eine große Leinwand. Eine Spielzeugpuppe. Ein Mann. Erzählt. Er zählt auf. Das ist die Mutter, das ist der Vater, das ist der ältere Bruder, das ist der…

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    Der Riese Rostratum

    Dem Riesen Rostratum ist langweilig. Er hat schon alles gespielt, was ihm einfällt: mit Felsen geschmissen, den Wasserfall ausgetrunken, Bauern erschreckt und Apfelbäume aufgegessen. Doch da ist niemand weit und breit, der mit ihm spielt. Denn andere Riesen gibt es nicht mehr, Rostratum ist der letzte. Und immer, wenn Rostratum mit Menschenkindern spielen will, bekommen sie ganz fürchterliche Angst und laufen weg.

    Nur der kleine Daniel fürchtet sich nicht. Daniel bleibt ganz ruhig stehen und spricht sogar mit dem Riesen! Das liegt vor allem daran, dass er Rostratum nicht sehen kann, denn Daniel ist blind. Wie spielt man aber mit einem blinden Jungen? Kann nicht vielleicht der Zauberer Dingsbums, der ein besonders guter Zauberer ist, geprüfter Diplomzauberer sogar, dem Daniel das Augenlicht wieder herzaubern?

    Zauberer Dingsbums kann eine Menge Zaubersprüche, doch Daniel einfach das Augenlicht herzaubern, das kann er nicht. Also müssen sich die Beiden etwas anderes einfallen lassen. Da aber hat Rostratum, der schon so Vieles in seinem Leben gesehen hat, plötzlich eine ganz fantastische Idee…

    Vielleicht ein Märchen

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    Strafmündig

    „Ted weiß, dass er vielleicht mit dem Messer in die teuren, teuren Polster gestochen hat. Dass es der Eigentümer war, ist unwahrscheinlich. Dafür ist das Messer nicht hart genug und nicht spitz genug. Der Eigentümer hingegen ist rostfrei.“

    „Strafmündig“ gehört in die große Reihe der Vatermordstücke. Es ist im Grunde von einem einzigen erzählerischen und auch geistigen quälenden Problem getragen, nämlich dem, dass unsere Erklärungen nicht hinreichend sind für einen solchen Vorgang. Dass wir weder mit der Psychoanalyse zu Rande kommen, noch mit Sozialerklärungen in diesem Fall, in diesem Stück. Sondern dass dieser Vatermord aus dem so genannten heiteren Himmel geschieht, in der so genannten heilen Familie. Dass dieser Ted im Grunde nicht weiß, und er ist ehrlich an dieser Stelle, ob er mit dem Messer auf seinen Vater eingestochen hat oder auf die Polster des Sofas. Was ja eine gewisse grauenhafte Gleichsetzung zwischen einem Lebendigen und einem Gegenstand ist. Das zeigt natürlich etwas von der – wie sagt man heute – Desensibilisierung, als einer Tendenz, die noch immer fortschreitet.

    Stück in 5 Akten

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    Reinschlagen

    REINSCHLAGEN ist die Geschichte von Tom und seiner Umwelt. Man muss der Größte sein, der Stärkste, nur dann ist man etwas. Dazu braucht man starke Maschinen, Alkohol, Mädchen, martialische Kluft. Der Vater ist nur noch am Fernsehen interessiert und am Alkohol. Er prügelt die Mutter, wenn er getrunken hat, prügelt in der Kneipe die Gäste, Gewalt ist Beweis von Stärke. Schließlich entlädt Tom seine Wut am Vater, schlägt ihn zusammen, weil dieser ihn auch immer geschlagen hat. Tom kommt ins Gefängnis. Der Frust hat sich ein Ventil gesucht, es ist eine verzweifelt ziellose Flucht aus der deprimierenden Wirklichkeit von Familie, Arbeit und Alltag in die Kerle-Kumpanei der „Gang“.

    REINSCHLAGEN ist die Geschichte von Tom und seiner Umwelt. Man muss der Größte sein, der Stärkste, nur dann ist man etwas. Dazu braucht man starke Maschinen, Alkohol, Mädchen, martialische Kluft. Der Vater ist nur noch am Fernsehen interessiert und am Alkohol. Er prügelt die Mutter, wenn er getrunken hat, prügelt in der Kneipe die Gäste,…

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    Sauber Träumen

    Einen Darsteller für Sohn und Vater wünscht sich der Autor Michael Seyfried in seinem Stück SAUBER TRÄUMEN. In nachdenklich stimmenden Szenen zeigt der Autor die Gefühlsarmut eines von den Medien restlos vereinnahmten Jungen, der seinen frustrierten Vater nicht akzeptieren kann, keinen „Schlappschwanz“ möchte, sondern einen starken Supermann. Der Junge ist ein typisches Produkt der TV- und Video-Generation. Er sitzt vor seinen Gewalt-, Porno- und Horror-Videos und baut sich eine Welt von Super-Machos zurecht. Sein Vater will ihn da rausholen, in die scheinbar heile, in Wirklichkeit aber auch kaputte Familienwelt. Er ertränkt seine Frustrationen über Alltag, Ehe und Sohn, bei dem er fürchtet, versagt zu haben, im Alkohol. Der Sohn baut sich zum Schluss einen Über-Vater in einer Fantasy-Abenteuer-Welt auf.

    Ein Stück für Eltern,

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    Bretevski Street

    Lin Coghlan hat ein Stück geschrieben, das von nachbarlicher Alltäglichkeit handelt, die von Krieg, Mißtrauen und Hass zerstört wird.

    Bretevski Street und die sich zuspitzende bürgerkriegsähnliche Situation spielt in keinem und jedem Land. Die Nationalität der Protagonisten verbirgt sich hinter einer Mischung verschiedenster Namen und Gebräuche. Damit gibt die Autorin die Identifikationsmöglichkeit für Landsleute jeder beliebigen Nation. Die Grundsituation ist für jeden nachvollziehbar.

    Der elfjährige Vas lebt mit seinem Vater in einem Dorf irgendwo in Europa. Sein bester Freund ist Cormac, der mit seiner Mutter und seiner Oma direkt nebenan wohnt. Es wäre alles ganz normal, wenn da nicht das Problem mit dem Essen wäre. Die Vorräte gehen zur Neige, im Dorf gibt es nichts mehr zu kaufen, und die beiden Familien müssen sich von Gras und wilden Krähen ernähren.

    Doch dann geschehen merkwürdige Dinge, die Vas nicht begreifen kann: Warum wird der Lehrer aus dem Dorf gejagt? Warum lässt sein Vater ihn nicht der Brigade beitreten? Warum vergräbt er die Kartoffeln und die Sachen von Vas’ toter Mutter im Garten? Und warum wettet Cormac mit seinen Brigadekumpels, dass er es schafft, Vas das T-Shirt auszuziehen?

    Die Situation eskaliert, als der Hunger das freundschaftliche Verhältnis der Nachbarn auf die Probe stellt. Und schließlich wird das Rätsel gelöst: Vas erfährt, dass seine Herkunft ihn zum verhassten Feind im sich immer weiter verschärfenden Bürgerkrieg macht. Um Cormac zuvorzukommen, der in seinem überschwenglichen, von der Oma angefachten Patriotismus die Nachbarn bei der Brigade melden will, müssen Vas und sein Vater das Dorf bei Nacht und Nebel verlassen.

    Lin Coghlan hat eine Parabel geschrieben: über die Unmöglichkeit friedlichen Zusammenlebens in einer Welt, wo Hunger und Angst Misstrauen und Hass schüren und die Menschen dazu bringen, ihre Mitmenschlichkeit zu vergessen. Es ist eine Geschichte über den Zustand der Welt.

    Jugendstück in 7 Szenen

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