Stück Kategorie: Schauspiel

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    Find Deinen Weg allein

    Julian ist Anfang Zwanzig, Callboy, und lebt sein Leben beständig am Rande des Zusammenbruchs. Seitdem die Affäre mit Alan, einem erfolgreichen Geschäftsmann und Familienvater, in die Brüche gegangen ist, wirft sich Julian wildfremden Männern in die Arme und führt reihenweise Beziehungen, die sich in teilnahmsloser Triebabfuhr oder perfiden Machtspielchen erschöpfen. Julian ist ein Schlafwandler, ein Mensch auf Autopilot, der sich einen Panzer angelegt hat, um jedes Gefühl darunter zu versiegeln.

    Doch Julians Panzer wird löchrig, als eines Abends Alan unerwartet wieder vor der Tür seines Apartments steht. Alan, der Julians Vater sein könnte, erträgt das muffige Idyll zwischen Firma und Familie nicht mehr und will mit Julian ein neues Leben beginnen. Doch der Neuanfang gestaltet sich schwierig: Alans Frau Jackie ist ihrem Mann heimlich gefolgt und steht nun ebenfalls in der Tür – schockiert, dass die vermutete Geliebte ihres Gatten ein Mann ist. Alan aber steht jetzt mit dem Rücken zur Wand: Will er wirklich seine Karriere und die Familie aufs Spiel setzen, um an der Seite Julians zu leben?

    Auf dem tabureichen Feld der Dramatisierung homosexueller Liebesbeziehungen gelingt John Hopkins Bahnbrechendes: Statt greller Charakterzeichnung und gesellschaftspolitischer Überladung bleibt das Stück nah an seinen Figuren und entwickelt deren Konflikte mit psychologischer Präzision zu einem intensiven Kammerspiel über Liebe und Verrat – unabhängig von Sex und Gender.

    Stück in 2 Akten

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    Diese Geschichte von Ihnen

    Johnny Johnson, Kriminalbeamter, steckt in einer Lebenskrise. Die Ehe mit Maureen ist dumpf und freudlos geworden, vom Beruf ist nicht mehr viel zu erwarten, der Whisky muß immer mehr Enttäuschung aus dem Bewußtsein vertreiben. Johnson ist dem Beruf gegenüber so gespalten, daß ständige psychische Einbrüche und Gewaltschübe seine Karriere behindern. Er ist aber erst 45 Jahre alt. Soll das schon alles gewesen sein, was an Leben zu erwarten ist? Der Polizist, ein Mensch wie wir alle.

    Hopkins Stück setzt ein, als Johnson gerade bei einem Verhör einen Menschen zu Tode gebracht hat, den er für einen Kinderschänder halten mußte. Besessen von dem Wunsch, einen Verbrecher zu überführen, der sich das Unerhörte erlaubt hat, verborgenen Trieb durch einen Griff nach dem Fleisch junger Mädchen zu befriedigen, bohrt sich Johnson in einem hochexplosiven Gemisch aus begründetem Verdacht, blanker Empörung und unkontrollierter Projektion, die von uneingestandenem eigenen Begehren gesteuert wird, in den Verdächtigen hinein. Dieser Kenneth Baxter, ihm an Status und Witz weit überlegen, gerät dabei selber in seelische Turbulenzen. In deren Verlauf sieht der Polizist rot. Und Baxter bricht sich in einer Rangelei tragisch den Hals.

    Hopkins führt Johnson in drei Akten im Gespräch mit der Ehefrau, dem Vorgesetzten Cartwright und, in Rückblende, dem Opfer Baxter vor. Dabei zeigen alle Figuren, was für Abgründe sich hinter den Masken verbergen, mit denen wir alle unser Alltagsspiel spielen.

    Stück in 3 Akten

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    Auf bald – Am Alexanderplatz!

    50 Jahre Erinnerung und Hoffnung zweier Menschen im geteilten Deutschland: Die Geschichte von Rolf und Ulla, die anhand eines 50 Jahre währenden Briefwechsels erzählt wird, spiegelt zugleich die deutsche Geschichte in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts wider.
    1942 haben sich die Zehnjährigen bei der Kinderlandver-schickung kennengelernt. Seitdem schreiben, treffen und lieben sie einander: Rolf, der Wirtschaftswunderfabrikant aus dem Hannoverschen, und Ulla, die musische Lehrerin aus Berlin Ost.
    Ein Tagebuch deutsch-deutschen Zusammensehnens, Getrenntseins und Auseinanderlebens. Nach dem Fall der Mauer werden beide des inneren Abstands gewahr, der sie aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebensläufe und Lebenserfahrungen trennt.

    Ein Stück Erinnerung

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    Der Spleen des George Riley

    Tom Stoppards erstes veröffentlichtes, aber nach „Rosenkranz und Güldenstern sind tot“ uraufgeführtes, Stück spielt im Wohnzimmer der Hauptfigur George Riley sowie in der Bar von dessen Stammkneipe. Riley hält sich für einen Erfinder, ist aber völlig erfolglos, da seine Ideen sich darauf beschränken, einen Briefumschlag mit Gummierung auf beiden Seiten zu entwickeln bzw. eine Mechanik, die Regen ins Zimmer leiten soll, um die Pflanzen zu bewässern. Weitere Figuren sind Rileys Frau und Tochter sowie die übrigen Gäste des Pubs.

    Stück in 2 Akten

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    Das einzig Wahre

    Die Ehe von Charlotte und Max droht am vermeintlichen Seitensprung Charlottes zu zerbrechen – aber nichts, was auf der Bühne geschieht, ist wahr, sondern ein Spiel im Spiel. Denn Charlotte und Max sind Schauspieler.


    Abseits der Bühne ist Charlotte mit dem erfolgsverwöhnten Schriftsteller Henry verheiratet, der eine heimliche Affäre mit Annie, der Ehefrau von Max hat. Das Verhältnis von Annie und Henry aber fliegt auf, sodass schließlich alle Vier die Endlichkeit der Liebe schmerzlich erfahren müssen.


    Annie und Henry beginnen ein neues, gemeinsames Leben. Doch wird Henrys Glaube an das einzig Wahre, die Liebe, erneut auf die Probe gestellt, als Brody, ein politischer Häftling, und Billy, ein junger und gut aussehender Schauspieler, sich in Annies Herz einschmeicheln.


    „Das einzig Wahre“ ist nicht nur eine Liebesgeschichte. Anhand der Beziehung Annies zu dem radikalen Rüstungsgegner Brodie, der ein unbeholfenes Fernsehskript geschrieben hat, fragt das Stück auch danach, inwieweit inhaltliches Engagement über künstlerische Schwächen hinwegtäuschen kann.


    Tom Stoppard vermischt Alltags- und Bühnenwelt und erzählt eine Geschichte über wahre Liebe und literarischen Anspruch, über politische Motive und persönliche Motivation.


    Stück in 2 Akten

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    Alberts Brücke

    Trotz eines Universitätsstudiums gehört die Hauptfigur Albert zu den Angestellten, die die Clufton Bay Bridge streichen. Kaum sind sie fertig, müssen sie am anderen Ende wieder anfangen. Als ein Städtischer Beamter den Sparvorschlag entwickelt, nur noch einen einzigen Anstreicher zu beschäftigen, der eine acht Jahre lang haltbare Farbe verwendet, sagt Albert zu. Was früher nur ein Ferienjob war, wird zur Hauptbeschäftigung und führt zu Streitigkeiten mit seiner Frau. Eine lukrative Stelle in der Firma seines Vaters lehnt Albert ab. Doch die Rechnung des städtischen Planers geht nicht auf, da nach zwei Jahren zwei Drittel der Brücke rostig und heruntergekommen sind. Um Abhilfe zu schaffen, sollen 1.800 Männer den Schaden an einem einzigen Tag beheben. Als sie anmarschieren, bricht die Brücke zusammen.

    Stück in 22 Szenen

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    Akrobaten

    Die Radikalliberale Partei hat mit einem erdrutschartigen Sieg die Parlamentswahlen gewonnen. In einer Wohnung in Mayfair findet die Siegesfeier statt. Ihre Besitzer sind der Moralphilosoph George Moore und seine Frau, der frühere Varietéstar Dotty. Zu Beginn des Stücks formiert sich eine Akrobatenpyramide, und einer der Turner wird erschossen. Der Tote war Professor für Ethik und Mitglied der Akrobatentruppe Sir Archibald Jumpers, Vizekanzler der Universität und im gleichen Fach wie George lehrend. Dotty besitzt nicht mehr die nervliche Kraft, ihre Karriere fortzusetzen und ist zusätzlich verstört durch die im Fernsehen verfolgten Ereignisse auf dem Mond. Dort hat Captain Scott den Astronauten Oates niedergeschlagen, um das eigene Leben zu retten – eine Umkehrung des heroischen Selbstopfers eines anderen Oates im Verlauf von Scotts Antarktis-Expedition. Sir Archibald „behandelt“ Dotty und ist auffällig oft und lange mit ihr allein im Zimmer, ohne daß George Verdacht schöpft. Dieser schreibt unterdessen einen Vortrag, der dem Relativismus aller Werte, für den Sir Archibald und die Radikalliberale Partei stehen, etwas entgegenzusetzen versucht. Selbst bei einem so schwierigen Grundthema wie der Frage nach moralphilosophischen Absoluta gelingt Stoppard bei teilweise furiosem Tempo der Handlung eine clever gebaute Farce mit dunklen Untertönen.


    Stück in 2 Akten mit Coda

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  • Höre, Israel!

    Es war in den schwierigsten Tagen des Kriegsrechts in Polen – die Solidarität war für illegal erklärt, der Dichter und Dramatiker Jerzy Sito war (wie viele andere) verboten, nicht einmal seine vielgelobten Shakespeare-Übersetzungen durften auf die Bühne gebracht werden – da hörte ich zum ersten Mal von seinen Plänen, ein neues Theaterstück über Adam Czerniakow zu schreiben. Czerniakow, Vorsitzender des Judenrats im Warschauer Ghetto, beging Selbstmord, als er gezwungen war, dem Grauen der Situation voll ins Auge zu sehen. Als Sito in den folgenden vier Jahren seine qualvolle Reise in die Hölle des Warschauer Ghettos zu den entsetzlichen Erfahrungen seiner Protagonisten unternahm, drängte sich mir die Frage auf, warum er sich entschlossen hatte, gerade dieses Thema zu dieser Zeit zu behandeln. Was verbindet einen katholischen polnischen Dramatiker, der selbst vor Problemen seiner leiblichen und künstlerischen Existenz steht, mit Adam Czerniakow und dessen Notlage?


    Als ich das Stück las, wurde mir alles klar. Ich entdeckte ein Theaterstück, das ein Zwiegespräch der Gegenwart mit der Vergangenheit ist, zwischen Leben und Tod, Gut und Böse, zwischen dem Menschen und seinem Gott. Es zeigte sich, daß es nicht weniger ein Stück über das heutige Polen (oder auch ein anderes, ähnliches Land) als über das Warschauer Ghetto jener Tage ist. Es ist der persönliche, fieberhafte Aufschrei eines Mannes, der sich mit einem maßlos ungerechten und grausamen politischen System konfrontiert sieht, das sich in seinen Alpträumen in die schreckliche Todesmaschine des „Dritten Reichs“ verwandelt.


    Die erste Szene dieses Stückes, zum Beispiel, spielt in der Gegenwart, in der einzigen übriggebliebenen Synagoge in Warschau. Eine Gruppe alter Juden hat sich dort zu den Jom-Kippur-Gebeten versammelt, aber es fehlt ihnen die dafür vorgeschriebene Anzahl Gläubiger. Sie können nichts tun, was diese verlassene Synagoge wieder zum Leben erweckt, es sei denn die Toten – die Vergangenheit. Ohne sie wird es kein Leben in der Gegenwart geben, und mit Gewißheit keine Zukunft. Man holt die Toten von dem nahe gelegenen jüdischen Friedhof.


    Für einen Augenblick scheint es, Jerzy Sito spräche nur von der Situation der wenigen in Polen verbliebenen Juden. Doch damit spricht er in Wirklichkeit vom heutigen Polen – arm, verzweifelt, rückständig, zerfallend, ohne nennenswerte Zukunft. Nur die Erinnerung an vergangene Zeiten, an die Toten – nur sie kann Stolz und Hoffnung und Leben in dieses gegenwärtige Elend zurückbringen.


    Sito stellt außer fiktiven Figuren auch historische Gestalten wie Czerniakow und Dr. Janus Korczak auf die Bühne. Sie werden nur „Der Vorsitzende“ (Czerniakow) oder „Der alte Doktor“ (Korczak) genannt, denn: „Das Gute hat keinen Namen, im Gegensatz zum Bösen, weil Gottes Name unbekannt ist.“


    Wenn man Czerniakows Bemühungen verfolgt, das Ghetto und seine Bewohner selbst noch durch Geschäftsverhandlungen mit den Nazis am Leben zu erhalten, bleibt man sich der Zweifel und Fragen Sitos bewußt: wie weit kann man sich auf ein niederträchtiges System einlassen, ohne damit seine eigenen Absichten zu vereiteln oder überhaupt jeden menschlichen Anspruch zunichte zu machen?

    Hier handelt es sich nicht bloß um ein weiteres Stück über den Holocaust, sondern um das Stück eines Theaterdichters: reich, ausführlich, tief – von schmerzhafter Traurigkeit, zum Heulen komisch, völlig naturalistisch, ganz und gar phantastisch und zumeist alles zusammen. Seine größte Faszination liegt in der raren Mischung von „jetzt“ und „damals“, von „hier“ und „dort“, von „Faktum“ und „Erfindung“.

    Stück in 2 Teilen

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    Vita & Virginia

    Liebe zwischen zwei Frauen, Liebe auf den ersten Blick und bis zum Tod. Liebe über die Entfernung wie in der Nähe, Trennungen, Eifersucht, Sehnsucht, Freundschaft: Virginia Woolf und Vita Sackville-West. Ein berühmtes Liebespaar. Bekannt ist auch ihr Briefwechsel. Neu dagegen ein Theaterstück, das diesen Briefwechsel verarbeitet mit Tagebuchaufzeichnungen der beiden Frauen, so daß ein spannender und ergreifender Dialog entsteht.

    Mehr als 500 Briefe schrieben sich die beiden Frauen, in denen sie keinen Aspekt ihres Lebens ausließen. Sie hatten vielleicht ebensoviel Gemeinsames wie Trennendes – Vita beneidete die Schriftstellerin Virginia, Virginia die Frau Vita. In dieser Frau fand die ältere Freundin die Mutter, in der Schriftstellerin entdeckte die Jüngere das Kind.

    Ein scheinbar romanhafter Text. Doch birgt er weit gefächerte theatralische Möglichkeiten. Wir erfahren die Begegnungen zwischen den beiden Frauen nicht direkt, vielmehr vermittelt durch die reflektierte Verarbeitung in Brief- oder Tagebuchsprache – das ermöglicht Distanz im Dialog, welche die Gefühlswelten wiederum verschärft. Wir erfahren, wie die beiden Frauen aufeinander wirken und wie sie die Welt wahrnehmen – Handlung dürfen wir mit unserer Phantasie zusammensetzen. Die Präsenz der Frauen etabliert dafür das theatralische Spannungsfeld.

    Stück in 2 Akten nach Briefen und Tagebüchern von Virginia Woolf und Vita Sackville-West

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    Auf dem Fudschijama *

    Auf dem Fudschijama, so will es der buddhistische Glaube, ist man mit Gott allein. Der höchste Berg Japans ist ein Ort der Besinnung und der Abrechnung. Gleiches gilt auch für den gleichnamigen Berg in Kirgisien: Hier treffen sich vier ehemalige Schulfreunde und Kriegskameraden, alle mittlerweile Teil des sowjetischen Establishments, zusammen mit ihren Gattinnen und der alten Lehrerin zum Wochendausflug. Zelte, Lamm am Spieß, Wodka – in heiterer Runde soll die Vergangenheit wieder aufleben.

    Doch je mehr Alkohol fließt, desto mehr Abgründe kommen ans Licht. Insbesondere die Geschichte von Sabur, einem damals 16-Jährigen, der die Freunde mit seinem glühenden Patriotismus an die Front lockte, dann jedoch vom Glauben an den Krieg abfiel, pazifistische Gedichte schrieb und nach Sibirien verbannt wurde. Es stellt sich heraus, dass jeder der anwesenden Freunde an Saburs traurigem Schicksal, das schließlich in Alkoholsucht und Einsamkeit führte, seinen Anteil hat…

    „Auf dem Fudschijama“ von Dschingis Ajtmatow und seinem Ko-Autor Kaltaj Muhamedshanow, 1973 in Moskau uraufgeführt, ist ein philosophisch-subversives Stück über Schuld und Sühne, Vertrauen und Denunziation sowie über eine der Grundfragen des Mensch-Seins: Wie bleibt der Mensch ein Mensch, auch wenn die Politik den Menschen längst abgeschrieben hat?

    Zusammen mit Kaltaj Muhamedshanow

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