Stück Kategorie: Komödie

  • 3
    Damen
    7
    Herren

    Falsche Geständnisse

    Der junge Dorante liebt Araminte, die Witwe eines reichen Finanziers. Doch da er selbst nur der mittellose Sohn eines Anwalts ist, weiß er genau, daß seine Liebe in Anbetracht der herrschenden Gesellschaftsnormen keine Aussicht auf Erfüllung haben kann. Sein früherer Diener, inzwischen bei Araminte angestellt, setzt es sich jedoch in den Kopf, die beiden zu vereinen. Er inszeniert ein raffiniertes Intrigenspiel, in dem er durch psychologische Tricks alle Beteiligten dahin bringt, sich so zu verhalten, wie es für das Gelingen seines Plans erforderlich ist.

    Komödie in 3 Akten

    weiterlesen

  • 5
    Damen
    5
    Herren

    Die Streitfrage

    Wie kam die Sünde auf die Welt – mit der Frau oder dem Mann? Zur Klärung der wohl ältesten Streitfrage seit Menschengedenken, die auch zwischen dem Prinzen und seiner Geliebten Hermiane entbrannt ist, wird ein radikales Experiment auf die Bühne gebracht: Gerade erst gereifte Kinder beiderlei Geschlechts, die getrennt voneinander und fernab der Gesellschaft aufgezogen worden sind, werden erstmalig mit dem anderen Geschlecht konfrontiert. Eine Urszene der Liebe und des Verrats – der Prinz und Hermiane müssen sich nur noch hinter die Kulissen zurückziehen, der Versuchanordnung freien Lauf lassen und beobachten, wer darin liebt und wer verrät.

    Églé etwa, die sich zunächst gar nicht satt sehen kann an ihrem Spiegelbild im Wasser, verliebt sich in den Jüngling Azor. In der Euphorie des Gefühls schwören sich beide ewige Treue. Doch schon die erste Trennung bringt den Bruch: Églé begegnet Adine, die sich für ebenso schön hält und ihrerseits dem jungen Mesrin ewige Treue geschworen hat. Zwischen den beiden Frauen entspinnt sich ein Wettstreit um die weibliche Vorherrschaft, in dem Églé ihre gesamte Verführungskunst einsetzt, um Mesrin in ihren Bann zu schlagen und damit die Macht über beide Männer zu gewinnen. Tatsächlich kann sich Mesrin ihrem Zauber nicht entziehen, und so hintergeht er schließlich seine Adine.

    Marivaux seziert in der „Streitfrage“ das Ich und sein Begehren, als habe ihm Freud persönlich Pate gestanden: von der narzisstischen Liebe zum eigenen Selbst bis zur Kränkung durch das Auftreten des Anderen und dem Kampf um Selbstbehauptung, der hier geradewegs in den Geschlechterkrieg mündet. Dieses ursprüngliche Spiel von Eifersucht, Intrige und Betrug kennt letztlich keine Unschuldigen.

    Komödie in 20 Szenen

    weiterlesen

  • 2
    Damen
    3
    Herren

    Die Sklaveninsel

    Vier Griechen, Überlebende eines Schiffbruchs, haben sich auf die Sklaveninsel gerettet: Iphikrates und sein Diener Arlequin, Euphrosine und ihre Zofe Cleanthis. Die Bewohner dieser Insel haben aufgrund leidvoller Erfahrungen die übliche Hierarchie umgekehrt: die ehemaligen Diener werden hier zu Herren und die Herren zu Dienern, damit sie deren Lage nachempfinden und ihre eigene Willkür erkennen. Arlequin und die Zofe helfen bei dem Lernprozeß von Iphikrates und Euphrosine durch schonungslose Schilderungen des erlittenen Unrechts mit, vermeiden es jedoch, sich an Herr und Herrin zu rächen. Vernünftig und einsichtig geworden, werden die vier Griechen mit einem von den Inselbewohnern zur Verfügung gestellten Schiff nach Athen zurückkehren.

    Komödie in einem Akt

    weiterlesen

  • 3
    Damen
    4
    Herren

    Die Schule der Mütter

    Madame Argante hat ihre Tochter Angélique streng und in völliger Abgeschiedenheit erzogen. Nun soll Angélique mit dem sechzigjährigen Damis verheiratet werden, doch sie hat sich in den jungen Eraste verliebt, und ihre Liebe läßt sie ahnen, daß es noch etwas ganz anderes gibt als Tugend und Sittsamkeit. Ihre Zofe Lisette hilft ihrem Selbstfindungsprozeß ein wenig auf die Sprünge, und dank ihr und dem Diener Frontin gelingt es den Liebenden zusammenzukommen. Doch die wütende Madame Argante willigt nur auf Monsieur Damis’ Zureden in die Ehe ein. Dieser hatte sich inzwischen als Erastes Vater entpuppt und freiwillig, wenn auch nicht ohne Schmerz, auf das junge Mädchen verzichtet.

    Stück in 19 Szenen

    weiterlesen

  • 3
    Damen
    3
    Herren

    Die Liebesprobe

    Lucidor, der reiche Besitzer eines neu erworbenen Landgutes, hat sich bei dessen Besichtigung in Angélique, die Tochter der Hausverwalterin, verliebt. Diese liebt ihn insgeheim ebenfalls. Doch um sicher zu sein, daß die von Lucidor geahnte Liebe seiner Person gilt und nicht seinem Geld oder seiner Stellung, gibt er seinen Diener Frontin als reichen Freund aus und versucht, Angélique zu einer Ehe mit ihm zu überreden, die das jedoch empört ablehnt. Als sie Lucidors böses Spiel erkennt, verzeiht sie ihm großmütig. Das von Marivaux häufig behandelte Thema, die Gefühle des andern auf die Probe zu stellen, wird hier in besonderer Härte gezeigt.

    Komödie in 22 Szenen

    weiterlesen

  • 3
    Damen
    4
    Herren

    Die Kolonie

    Eine Gruppe von Menschen beiderlei Geschlechts und verschiedener sozialer Schichten hat sich auf eine Insel gerettet und will dort eine neue Gemeinschaft gründen. Neue Gesetze müssen verfaßt werden, und die Frauen fordern, dabei mitzubestimmen. Doch die Männer haben wenig Verständnis für diese Forderung und nehmen sie nicht ernst. Als die beiden Anführerinnen der Frauen, die adlige Artemis und die Handwerkersfrau Madame Sorbin, den Männern drohen, daß die Frauen sie verlassen werden, erkennen diese endlich den Ernst der Lage und bekommen Angst. Nur dank einer List gelingt es ihnen, die Frauen wieder in ihren Haushalt zurückzuholen. Von nun an sind sie zwar noch nicht gleichberechtigt, doch die Männer werden bei den neuen Gesetzen die Rechte der Frauen achten.

    Komödie in einem Akt

    weiterlesen

  • 2
    Damen
    4
    Herren

    Die falsche Zofe

    Eine junge reiche Frau verkleidet sich als Chevalier, um unerkannt den ihr als Ehemann zugedachten Lelio zu prüfen. Dieser erweist sich als ein berechnender Zyniker. Er hat erkannt, dass die ihm vorgeschlagene Heirat mehr Vermögen einbringt als eine Verbindung mit der Gräfin, die er gerade liebt. Um diese loszuwerden, überredet er den Chevalier, den er als Freund gewonnen zu haben glaubt, die Gräfin in sich verliebt zu machen. Am Ende des intriganten, psychologisch raffiniert geführten Spiels, in dem Liebe und Geld eng verknüpft sind, ist Lelio entlarvt, und die beiden Frauen haben manche Illusion verloren.

    Komödie in 3 Akten

    weiterlesen

  • 3
    Damen
    3
    Herren

    Die Erbschaft

    „Le Legs“ wurde 1736 von den Comédiens Français mit nur geringem Erfolg uraufgeführt. Inzwischen aber gehört die Komödie zu den beliebtesten und erfolgreichsten Stücken des Autors auf französischen Bühnen.

    Stärker noch als in den meisten seiner anderen Werke hat Marivaux hier die beiden entscheidenden Beweggründe menschlichen Handelns, Geld und Liebe, miteinander verknüpft: Ein Marquis hat eine beträchtliche Summe (600.000 Francs) geerbt mit der Auflage, eine junge Frau, Hortense, zu heiraten oder ihr andernfalls ein Drittel der Summe abzugeben. Obwohl beide anderweitig lieben, wollen sie das Geld jedoch nicht verlieren. Wie groß nach heutiger Währung diese Summe ist, läßt sich nicht berechnen, doch allein die Tatsache, daß die vom Marquis geliebte Gräfin wegen des zweihundertsten Teils der Summe (1.000 Francs) einen Prozeß führt, ist ein Hinweis auf ihre Höhe. Geldgier also bestimmt das Verhalten der Beteiligten, die sich in einem dichten Netz von Lügen und Falschheit verfangen.

    Die einzige Person, die sich eine gewisse Distanz zu dem dubiosen Spiel bewahrt, die Gräfin, kann sich ihre Überlegenheit allein auf Grund ihres Reichtums und ihres Standes leisten. Der Diener Lépine sagt es ihr deutlich genug: „Ihre edle Gräfinnenseele empört das; aber nicht jeder ist Gräfin.“

    Bei aller scharfen Gesellschaftskritik denunziert Marivaux seine Figuren jedoch nicht. Auch der verbissene Kampf von Hortense um das Geld wird verständlicher, wenn man die damalige Situation der Frauen von Stand in Betracht zieht, die keinerlei Möglichkeit hatten, auf anständige Weise zu Geld zu kommen. Dazu bietet sich für sie hier die erste und letzte Gelegenheit in ihrem Leben. Außerdem ist der Mann, den sie liebt, ein Chevalier, das heißt, der Jüngste einer adligen Familie, der vom elterlichen Vermögen nur ein unbedeutendes Pflichtteil erben wird.

    Marivaux hatte in seinem Vorwort zu den „Unbedachten Schwüren“ erklärt: „Man schreibt fast nie, wie man spricht: das Abfassen eines Textes gibt dem Geist eine andere Wendung.“ Deshalb wollte er „die Sprechweise der Menschen“ in seine Komödien einführen.

    In der „Erbschaft“ erreicht diese Absicht ihren Höhepunkt. Meisterhaft wird hier Unsicherheit, Verdrängung, Verlogenheit, Ungeschick durch Sprache kenntlich gemacht. Mit Hilfe von Wortwiederholungen oder auch Wiederholungen halber Sätze glauben die Sprechenden, sie könnten den andern – und auch sich selbst – besser überzeugen. Geantwortet wird weniger auf das, was der Gesprächspartner gerade gesagt hat, als vielmehr auf das, was man aus seinen Worten herausgehört hat. Häufig wird überhaupt kein Bezug darauf genommen in der Annahme, daß es nicht so gemeint war, oder weil man mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt ist und nicht zuhört. Auch die Logik entspricht der einer tatsächlichen Gesprächssituation: „Spricht sie mit Ihnen nie über mich? Was sagt sie?“ 

    Auch wenn Paul Watzlawick den Marquis gewiß nicht gekannt hat, stellt er ihn 250 Jahre später in seiner bekannten „Geschichte mit dem Hammer“ („Anleitung zum Unglücklichsein“) unverkennbar dar: Ein Mensch, der sich in die fixe Idee verbohrt hat, er wisse genau, was der andere denkt und fühlt, und daraus seine Schlüsse zieht.

    Komödie in einem Akt

    weiterlesen

  • 0
    Damen
    0
    Herren

    Der Verstand ist eine ausgezeichnete Brille, um den Wert der Dinge zu erkennen

    Marivaux-Texte, ausgewählt und zusammengestellt von Gerda Scheffel

    weiterlesen

  • 3
    Damen
    4
    Herren

    Der Überfall der Liebe

    „Ich muss Ihnen gestehen, ich habe es als nötig erachtet, für mein ganzes Leben mit dem Geschlecht zu brechen, dem Sie angehören.“ Gleich bei ihrer ersten Begegnung fühlt sich der edle Lelio verpflichtet, der Gräfin diesen Hinweis zu geben. Waren doch seine bisherigen Erfahrungen mit der Treulosigkeit der Frauen allzu entmutigend. Um sich also weitere Enttäuschungen zu ersparen, hat Lelio für sich, wie auch für seinen Diener Arlequin, beschlossen, jedem intimeren Kontakt mit dem schwachen Geschlecht abzuschwören.

    Doch der Gräfin imponiert er damit nur wenig, schließlich hat auch sie beschlossen, den Umgang mit dem eitlen Geschlecht der Männer zu meiden. Da aber nun von keiner der beiden Seiten ein Übergriff zu befürchten ist, kann man das Wagnis eingehen, sich gemeinsam ein wenig die Zeit zu vertreiben. Unter dem Vorbehalt, sich jederzeit und umgehend voneinander zu lösen, sollte eine Seite wider Erwarten doch Gefühle für die andere entwickeln.

    Dass die Gräfin und Lelio sich zu diesem Zeitpunkt längst schon lieben, bemerken sie als allerletzte. Stattdessen wahren sie demonstrativ Distanz, bieten sämtliche Kräfte auf, die Mauern zu verstärken und lieben sich in glühender Gleichgültigkeit, die umso glühender ist, desto gleichgültiger sich beide geben. Das Spiel der Verführung, das beide – ohne es zu wissen – spielen, ist ein komödiantisches Duell des Verbergens, in dem jedes Wort und jede Geste die Aufgabe hat, seinen verführerischen Sinn zu verschleiern, ihn dabei jedoch umso beredter ausplaudert.

    Pierre Carlet de Marivaux, der „Anatom des menschlichen Herzens“, lässt vor dem Zuschauer die ganze widersprüchliche Komplexität des Liebenden entstehen, der sich tarnt, um entdeckt zu werden, und der unzählige Worte findet, um die entscheidenden nicht zu sagen. Erst die Klarsicht der Diener Colombine und Arlequin und ein Kniefall Lelios macht dem Spiel schließlich ein Ende, doch was genau er verkündet, fällt hinter den Vorhang.

    Komödie in 3 Akten

    weiterlesen